Öffentliche Verwaltung soll nur noch auf Katalanisch kommunizieren

07.05.2008 | 11:33

In der öffentlichen Verwaltung auf den Balearen soll in Zukunft ausschließlich Katalanisch gesprochen und geschrieben werden. Das sieht eine Initiative von Margalida Tous vor, Sprachenbeauftragte der Landesregierung. Grundlage ist eine Verordnung, die die Volkspartei bereits 1990 verabschiedet hatte. Unter der derzeitigen Regierungskoalition aus Links- und Regionalparteien soll sie nun angewandt werden, so die Zeitung ýEl Mundo".

Die Regelungen werden in einem unter allen Mitarbeitern verteilten Leitfaden erklärt. Die Angestellten werden darin aufgefordert, gegenüber den Bürgern die katalanische Sprache anzuwenden, sei es im direkten Publikumsverkehr, am Telefon oder in E-Mails. Auch Unternehmen, die für den Govern arbeiten, müssen ihre Texte auf Katalanisch vorlegen. Zweisprachige Versionen sollen der Vergangenheit angehören, bei Informationsmaterial und Werbekampagnen genauso wie bei der Beschilderung. Reden sollen ausschließlich auf Katalanisch gehalten werden.

Einer der umstrittensten Punkte sieht vor, dass auch Informatikprogramme unter diese Vorschrift fallen. Die Regelungen seien erforderlich, da sonst die Bereitschaft sinke, Katalanisch zu lernen, so Tous.

Ausnahmen mit zweisprachigen Lösungen sind nur für den Tourismus sowie für den Umgang mit Neubürgern vorgesehen. Ausdrücklich betont wird, dass die Regelungen nicht für den persönlichen und informellen Umgang gelten.

Der Inselrat hat unterdessen eine mehrsprachige Informationsbroschüre aufgelegt, die ausländischen Neubürgern Ratschläge und Vokabelhilfen zum Erlernen des Katalanischen geben soll.

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