Mutmaßlicher oberster Anführer der ETA gefasst

21-05-2008  
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Zumalde, einer der Festgenommenen.
Zumalde, einer der Festgenommenen. Foto: Efe

Der Polizei ist einer der schwersten Schläge gegen die ETA seit Jahren gelungen. In Bordeaux im Südwesten Frankreichs wurde der mutmaßliche oberste Anführer der baskischen Untergrundorganisation gefasst. Francisco Javier López Peña alias "Thierry" sei mit drei weiteren mutmaßlichen ETA-Terroristen in einer Wohnung nahe dem Hauptbahnhof festgenommen worden, teilte die spanische Polizei in der Nacht zum Mittwoch mit. Die vier seien bewaffnet gewesen, hätten aber keinen Widerstand geleistet. Mit der gemeinsamen französisch-spanischen Polizeiaktion sei möglicherweise die gesamte militärische und politische Führungsspitze der ETA zerschlagen worden, hieß es.

Zusammen mit dem 49-jährigen López Peña seien am späten Dienstagabend zwei Männer und eine Frau gestellt worden. Dabei handele es sich um Igor Suberbiola, Jon Salaberría und Ainhoa Zaeta Mendiondo. In der Wohnung sei auch Sprengstoff gefunden worden, meldete der Rundfunk. Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba brach angesichts der Festnahmen in Mali eine Afrika-Reise ab.

López Peña gehört der ETA seit fast 30 Jahren an. 1983 war er untergetaucht. Zeitweise soll er in Kuba Zuflucht gefunden haben. Der 49-Jährige war an den Gesprächen mit der spanischen Regierung während des jüngsten Friedensprozesses beteiligt gewesen. Mit einem Anschlag auf den Madrider Flughafen, bei dem zwei Menschen getötet wurden, waren die Verhandlungen im Dezember 2006 letztlich gescheitert. López Peña soll daraufhin im Juni 2007 das Ende der 14-monatigen "Waffenruhe" der ETA und die Rückkehr zur Strategie des Terrors angeordnet haben. Außerdem wird er für zahlreiche weitere Anschläge sowie für die Ausbildung von Terroristen verantwortlich gemacht. Seit etwa zwei Jahren soll er an der Spitze des politischen und militärischen Apparats der Organisation gestanden haben.

Erst am Montag hatte die ETA einen Bombenanschlag auf einen Jachtclub im Baskenland verübt und dabei schweren Sachschaden angerichtet. In der vorigen Woche waren bei einem Attentat auf eine Polizeikaserne nahe der baskischen Hauptstadt Vitoria ein Beamter getötet und vier verletzt worden. Die ETA kämpft seit fast 40 Jahren für ein unabhängiges Baskenland und hat in dieser Zeit fast 850 Menschen getötet.

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