Sprachen-Streit: FC Barcelona steigt nicht bei Air Berlin ein

01-08-2008  

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat mit ihrer Sprachenpolitik in Spanien erneut Ärger bekommen. Der Fußballclub FC Barcelona sagte einen Charterflug seiner Mannschaft mit einer Maschine der zu Air Berlin gehörenden Gesellschaft LTU kurzfristig ab. Grund war nach spanischen Presseberichten vom Freitag die Weigerung von Air Berlin, die Fluggäste auch in der katalanischen Sprache zu informieren.

Eine Air-Berlin-Sprecherin wies darauf hin, dass die meisten Gesellschaften, die Katalonien anfliegen, die Fluggäste nicht in der Regionalsprache informieren, sondern zumeist auf Spanisch und Englisch. "Wir sind da einfach in die Mühlen eines Streits geraten, den es schon seit langem in der spanischen Gesellschaft gibt." Air Berlin nehme die Absage des FC Barcelona aber "sportlich".

Der FC Barcelona versteht sich als ein Aushängeschild der Region Katalonien im Nordosten Spaniens. Vereinspräsident Joan Laporta ist ein engagierter katalanischer Nationalist, der für die Eigenständigkeit der Region mit sieben Millionen Einwohnern eintritt.

Der Fußballverein hatte für seine Profi-Fußballer einen Flug von Pisa (Italien) zu einem Spiel in den USA in Chicago gebucht. Er sagte die Buchung aber kurzfristig ab und reservierte für die Mannschaft stattdessen ein Flugzeug einer anderen Chartergesellschaft. Für die Absage muss der Verein aus der katalanischen Metropole nach Angaben von Air Berlin eine Stornogebühr von 50 Prozent zahlen.

Air Berlin war in Spanien wegen seiner Sprachenpolitik im Frühjahr schon einmal in die Schlagzeilen geraten. Damals hatte die Gesellschaft das Ansinnen der Regionalregierung der Balearen zurückgewiesen, die Fluggäste auf den Mallorca-Flügen auch in katalanischer Sprache mit Informationen zu versorgen. Beide Seiten legten den Zwist wenig später bei.

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