Spanien nimmt am Weltfinanzgipfel teil - Dank an Sarkozy und Bush

10.11.2008 | 09:55

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hat sich mit seinem Wunsch nach einer Teilnahme am Weltfinanzgipfel Ende dieser Woche in Washington durchgesetzt. Nach wochenlangen diplomatischen Bemühungen sei Madrid zu dem Treffen eingeladen worden, teilte er in Madrid mit. "Es war kein einfaches Ziel, aber es hat sich gelohnt, dafür zu kämpfen", sagte er am Samstag. Der Sozialist will sich nach Presseberichten vom Sonntag nun dafür einsetzen, dass Madrid auch künftig bei solchen Konferenzen dabei ist. "Spanien muss als globaler Akteur eine relevante Rolle spielen."

Zapatero dankte dem französischen Staatschef Nicolas Sarkozy, der sich als EU-Ratspräsident für die Teilnahme Spaniens stark gemacht hatte, sowie dem scheidenden US-Präsidenten George W. Bush als dem Gastgeber des Treffens. Beide hätten die Bedeutung Spaniens als achtgrößte Volkswirtschaft der Welt anerkannt und sich als Freunde seines Landes erwiesen.

Spanien werde neben Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien als gleichberechtigter europäischer Partner an dem Gipfel teilnehmen, betonte die Regierung in Madrid. Der Élysée-Palast erklärte hingegen lediglich, Frankreich habe einen seiner beiden Sitze bei dem Treffen an Zapatero abgetreten. Paris ist als G8-Mitglied und als EU-Ratsvorsitzender in Washington vertreten.

Zu dem Gipfel in der US-Hauptstadt am 15. November hat Bush die Chefs der G20-Staaten eingeladen. Zu dieser Gruppe zählen neben den sieben wichtigsten Industriestaaten und Russland auch aufstrebende Länder wie China, Brasilien oder Indien. Spanien gehört keiner der beiden Gruppen an. Bei dem Treffen soll ein Fahrplan für eine neue Weltfinanzordnung vereinbart werden.

Zapatero will auf dem Gipfel vor allem die Erfahrungen Spaniens bei der Regulierung des Bankensystems einbringen. Die spanischen Geldinstitute seien angesichts strikter Kontrollen bislang weitgehend von der weltweiten Finanzkrise verschont geblieben, sagte er. Darüber habe er in einem Telefonat auch mit dem künftigen US-Präsidenten Barack Obama gesprochen.

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