Sport

Neuer Rückschlag für Schuster: Saisonende für van Nistelrooy

14.11.2008 | 10:10

Neue Hiobsbotschaft für Bernd Schuster und Real Madrid: Der krisengeschüttelte spanische Fußball-Meister muss bis zum Ende der Saison auf seinen Torjäger Ruud van Nistelrooy verzichten. Wie der Club am Donnerstag mitteilte, wurde der 32-jährige Niederländer in den USA am rechten Knie operiert. Der Stürmer falle für die kommenden sechs bis neun Monate aus.

Van Nistelrooy hatte sich im US-Bundesstaat Colorado vom Experten Richard Steadman untersuchen lassen, der das lädierte Knie im Jahr 2000 schon einmal erfolgreich operiert hatte. Der Mediziner stellte nun fest, dass "Van Goal" nicht nur - wie angenommen - an einem Meniskusschaden litt, sondern auch mehrere Bänder und andere Teile des Gelenks lädiert waren. Nach Rundfunkberichten könnte dem Stürmer sogar ein vorzeitiges Ende seiner Karriere drohen.

Der Ausfall bedeutet für Schuster zwei Tage nach dem blamablen Pokal-K.o. beim Drittligisten Real Unión Irún einen weiteren schweren Rückschlag. Van Nistelrooy war selbst an Tagen, an denen die Madrilenen schlecht spielten, mit seinen Toren ein Erfolgsgarant. Nach seiner Verletzung steht Schuster fast ohne Stürmer da, zumal der - ohnehin verletzungsanfällige - Angreifer Arjen Robben derzeit ebenfalls ausfällt.

Den "Königlichen" wird kaum eine andere Wahl bleiben, als auf die Schnelle einen neuen Stürmer zu verpflichten. Als Kandidaten werden die Argentinier Diego Milito (FC Genua) und Hernán Crespo (Inter Mailand) gehandelt. Beide zählen international nicht zur höchsten Klasse, könnten aber für Real in der Champions League spielen.

Bei den Madrilenen folgte derweil eine Krisensitzung auf die andere. Nach dem Pokal-Aus beriet die Vereinsführung darüber, ob sie an Schuster festhalten soll. Am Donnerstag debattierten die Profis zweieinhalb Stunden in spannungsgeladener Atmosphäre mit Schuster und Sportdirektor Pedja Mijatovic über einen Ausweg aus der Krise. Das Problem der "Königlichen" liegt nämlich nicht allein in der Pokal- Pleite. Das Team verlor zuvor in der Champions League zweimal gegen Juventus Turin und konnte auch in den Punktspielen selten überzeugen.

Schuster steht nicht nur in der Presse in der Kritik, sondern hat auch im Verein viele Leute gegen sich. Dazu soll Mijatovic gehören, der von dem Deutschen nie wirklich überzeugt gewesen zu sein schien. "Beide sprechen kaum miteinander", schrieb die Zeitung "El País". Auch mehrere Profis verloren nach Medienberichten das Vertrauen in den Trainer. Einzelne Vorstandsmitglieder sollen gar die Entlassung von Schuster gefordert haben. Real-Präsident Ramón Calderón scheint fast der Einzige zu sein, der noch auf den Trainer setzt.

Allerdings ist nach Ansicht zahlreicher Kommentatoren ein großer Teil der Verantwortung für die Krise bei der Clubführung zu suchen. Calderón und Mijatovic hatten zu Saisonbeginn alles darauf gesetzt, den Superstar Cristiano Ronaldo von Manchester United zu verpflichten. Aber sie scheiterten und standen mit leeren Händen da. Der Transfermarkt war leer gefegt. Die von Schuster geforderten Verstärkungen blieben aus. Im Gegenteil: Real musste auch noch seinen Stürmer Robinho zu Manchester City ziehen lassen.

Als einzigen Neuen holten die Madrilenen den Niederländer Rafael van der Vaart. Der frühere HSV-Kapitän erwischte einen tollen Start, blieb aber seither blass. Nun trat ein, was Schuster befürchtet hatte: Der Kader erweist sich als zu dünn besetzt.

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