Schuster erhält bei Real eine Frist bis Samstag - Neuer Ärger

18.11.2008 | 10:22

Real Madrid hält an seinem Trainer Bernd Schuster fest, allerdings vorerst nur bis zum kommenden Wochenende. Sportdirektor Predrag Mijatovic erklärte am Montag, der spanische Fußball-Meister habe Vertrauen in seinen Coach. Die Frage, ob Schuster auch im Falle einer Schlappe im Punktspiel am Samstag gegen Recreativo de Huelva im Amt bleibe, wollte Mijatovic jedoch nicht beantworten. "Bei Real denken wir positiv und ziehen die Möglichkeit einer Niederlage nicht im Voraus in Betracht."

Nach Ansicht der Presse sind die Tage von Schuster bei Real gezählt. Der staatliche spanische Rundfunksender RNE und das Sportblatt "As" wussten gar zu berichten, der Meister habe die Entlassung des Coaches bereits beschlossen. Sie wurden am Abend aber eines Besseren belehrt, als Mijatovic erklärte: Präsident Ramon Calderon und die anderen Präsidiumsmitglieder hätten "volles Vertrauen in die Spieler und das Trainer-Team". Laut der Medienberichte sollte Reals bisheriger Technischer Berater Miguel Angel Portugal Schusters Nachfolger werden.

Der in die Kritik geratene Schuster hatte sich zu allem Überfluss nach Reals 0:1-Pleite im Punktspiel bei Real Valladolid neuen Ärger eingehandelt. Er erschien nicht zum freiwilligen Sondertraining, das er nach Medienberichten nur widerwillig angesetzt hatte. Schuster hatte demnach seinem Team trotz der Niederlage zwei Tage freigeben wollen. Auf Empfehlung von Mijatovic setzte er dann für Sonntag doch ein freiwilliges Training an, zu dem jedoch nur fünf Profis erschienen. Schuster zog es nach diesen Angaben vor, zur Taufe seiner Tochter Victoria nach Salamanca zu fahren. Dies kam angesichts der Krise bei den "Königlichen" in den spanischen Medien gar nicht gut an. Dass das Real-Idol Raúl sich derweil Pferderennen anschaute, wurde allenfalls am Rande notiert.

Während Real nach seinem Pokal-Aus gegen den Drittligisten Real Unión Irún und der Pleite in Valladolid immer tiefer in der Krise versinkt, setzte der FC Barcelona seine Siegesserie fort. Das Team von Trainer Josep Guardiola landete mit einem 2:0 bei Recreativo de Huelva seinen neunten Liga-Sieg in Serie und baute als Tabellenführer seinen Vorsprung vor den Madrilenen auf fünf Punkte aus.

"Schuster macht frei, Guardiola handelt", titelte "El País" am Montag bissig. Spaniens größte Tageszeitung ließ - ebenso wie das zur selben Mediengruppe gehörende Sportblatt "As" - kein gutes Haar an Schuster: "Der Trainer sollte dem Team Mut machen, aber er hat selbst schon vor Monaten aufgesteckt."

Dagegen meinen es die Zeitung "El Mundo" und das Sportblatt "Marca" aus dem Konkurrenz-Verlag besser mit dem deutschen Coach. Reals Clubführung lasse Schuster gezielt in einem schlechten Licht erscheinen, um einen Sündenbock zu haben und von eigenen Versäumnissen abzulenken, meinte "El Mundo". Der "Marca"-Kolumnist Roberto Palomar ergänzte: "Der beste Trainer der Welt hätte es nicht anders gemacht als Schuster." Nach einer "Marca"-Umfrage geben nur 16 Prozent der Fans dem Trainer die Schuld für die Krise. 27 Prozent machen die Spieler verantwortlich - und 56 Prozent den Vorstand.

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