Spaniens Königin Sofía gegen Homo-Ehe und Schwulen-Umzüge

31-10-2008  
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Die spanische Königin Sofía ist gegen die Homo-Ehe und gegen Umzüge von Homosexuellen. Dies geht aus einer Biografie hervor, in der die Frau von König Juan Carlos erstmals öffentlich zu politischen Fragen Stellung nimmt. Sie habe nichts dagegen, dass Homosexuelle zusammenlebten oder heirateten, sagte die Königin nach Angaben der Zeitung "El País" vom Donnerstag. "Aber dies darf man nicht als Ehe bezeichnen." Für solche Lebensgemeinschaften gebe es andere Bezeichnungen wie zum Beispiel Partnerschaftsvertrag.

Die Königin löste damit Proteste von Schwulen- und Lesbenverbänden sowie von Teilen der politischen Linken aus. Der Homosexuellenverband FELGTB rief das Königshaus auf, die Äußerungen der Monarchin zu korrigieren. "Es ist unerhört, dass der Königshaus, das sich sonst nie zu sozialen Themen äußert, sich nun über eine Gruppe von Bürgern auslässt, die in der Vergangenheit diskriminiert wurde", betonte der Verband. Die Vereinte Linke (IU) erklärte, zum Glück habe das Parlament und nicht die Königin über Homo-Ehen zu entscheiden.

Sofía hatte in der Biografie zum Thema der Homosexualität weiter erklärt: "Ich kann verstehen, akzeptieren und respektieren, dass es Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung gibt. Aber sollen sie darauf stolz sein? Sollen sie deshalb auf Wagen steigen und Umzüge abhalten? Wenn wir alle, die wir keine Gays sind, auf Kundgebungen durch die Straßen zögen, bräche der Verkehr zusammen." Die Königin wies auch darauf hin, dass sie strikt gegen die Abtreibung sei.

Die Biografie "La Reina muy de cerca" (Die Königin ganz aus der Nähe), aus der "El País" vorab Auszüge veröffentlichte, wurde von der Monarchie-Expertin Pilar Urbano verfasst. Das Buch erscheint anlässlich des 70. Geburtstags der Monarchin an diesem Sonntag. Es wurde nach Angaben der Autorin vor der Veröffentlichung vom Königshaus gegengelesen.

Keine Sorgen bereiten der früheren griechischen Prinzessin Sofía Kundgebungen spanischer Monarchie-Gegner, auf denen Fotos des Königs verbrannt wurden. "Für uns alle war dies ein Ärgernis. Aber Sorgen machen wir uns deshalb keine", betonte sie. "Sie verbrannten Fotos, Stücke Papier. Sie verbrannten nicht uns."

Die Königin berichtete auch von einem Treffen mit dem damaligen kubanischen Staatschef Fidel Castro. Sie habe den Chef des kommunistischen Regimes gefragt: "Warum öffnest Du Kuba nicht ein bisschen, nur ein kleines bisschen?" Daraufhin habe Castro geantwortet: "Nein, meine Königin. Das kann ich nicht. Wenn ich Kuba ein bisschen öffne, wird man sofort von mir verlangen, es ein bisschen viel zu öffnen."

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