´Tod den Bourbonen´: Wirbel um Monarchie-Kritik in Spanien

08-12-2008  
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Mit einer harschen Attacke auf die Monarchie haben die katalanischen Linksrepublikaner (ERC) am 30. Jahrestag der Verfassung in Spanien für Unmut im Land gesorgt. "Es lebe die Republik, Tod den Bourbonen!", rief der Abgeordnete Joan Tardà auf einer Kundgebung der Jugendorganisation seiner Partei in Barcelona. Bei der Demonstration verbrannten die Teilnehmer nach Medienberichten vom Sonntag einen Sarg, der die spanische Verfassung darstellen sollte und skandierten Parolen gegen König Juan Carlos und die Dynastie der Bourbonen.

Spaniens Parlamentspräsident José Bono verurteilte die Äußerung als "primitiv" und forderte Tardà auf, sie zurückzunehmen. Eine solche Respektlosigkeit gegenüber dem König als Staatsoberhaupt sei nicht hinnehmbar. Die Linksrepublikaner entgegneten, der Abgeordnete habe sich auf der Kundgebung am Samstagabend nicht auf Juan Carlos bezogen, sondern lediglich eine Parole wiedergegeben, die aus den Zeiten der Erbfolgekrieges im 18. Jahrhundert stamme.

Nach einer Umfrage für die Zeitung "El País" (Sonntagausgabe) sind fast 90 Prozent der Spanier für eine Reform der Verfassung, die drei Jahre nach dem Ende der Franco-Diktatur (1939-1975) in Kraft getreten war. Dies gelte vor allem für die als veraltet empfundene Thronfolge-Regelung, bei der nach geltendem Recht männliche Nachkommen Vorrang vor den weiblichen haben. Zudem sprachen sich die Bürger dafür aus, den Senat nach Vorbild des deutschen Bundesrates in eine Kammer der Regionen zu verwandeln. Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero erklärte jedoch, die Reform sei keine Priorität und sollte nur bei einem größtmöglichen Konsens der Parteien angegangen werden.

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