Chaos im spanischen Flugverkehr - Lotsen und Piloten streiken angeblich

05.01.2009 | 08:59

Ein angeblicher Bummelstreik der Fluglotsen und der Iberia-Piloten hat mitten im Rückreiseverkehr nach dem Weihnachtsurlaub ein Chaos auf dem Madrider Flughafen Barajas ausgelöst und auch zu Verspätungen bei Flügen zwischen Palma und Madrid geführt. Die Polizei habe am Wochenende immer wieder einschreiten müssen, um aufgebrachte Passagiere zu beruhigen, hieß es im Rundfunk. Mache Passagiere mussten Verzögerungen von bis zu 17 Stunden in Kauf nehmen. Dutzende Verbindungen wurden gestrichen, mehr als 500 weitere waren verspätet. Viele Reisende verpassten ihre Anschlussflüge. "Niemand sagt uns, was wirklich los ist", beklagte sich eine wütende Passagier.

Lotsen- und Pilotengewerkschaft wiesen die Streikvorwürfe zurück und sprachen stattdessen von Personalmangel. Am Freitag hatten sich acht der 23 Fluglosten der ersten Schicht gleichzeitig mit Grippe krankgemeldet. Ersatz war angesichts der Feiertage nicht zu bekommen. Das Verkehrsministerium sprach von einem verkappten Streik gegen die Kürzung bezahlter Überstunden. Die spanische Fluggesellschaft Iberia wirft zudem ihren Piloten vor, sich schon seit einem Monat im Bummelstreik zu befinden. Seit Anfang Dezember mussten rund 500 Iberia-Flüge gestrichen werden, tausende weitere hatten Verspätung.

Bis Samstagabend waren auf Spaniens größtem Flughafen nur zwei der vier Pisten in Betrieb. Die Behinderungen mit durchschnittlichen Verspätungen von 90 Minuten dauerten am Sonntag an. Nach Angaben der staatlichen Flughafenbehörde AENA normalisierte sich die Lage aber allmählich.

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