Spanien

Millionen-Schaden durch ETA-Anschlag auf baskische Rundfunkanstalt

02.01.2009 | 11:15

Drei Wochen nach der Festnahme ihres neuen Anführers haben mutmaßliche ETA-Terroristen einen Autobombenanschlag auf den Hauptsitz des baskischen Rundfunks EITB verübt. Bei der Explosion des 100 Kilogramm schweren Sprengsatzes in der nordspanischen Industriestadt Bilbao wurde ein Mensch leicht verletzt, wie die Behörden nach Medienberichten vom Donnerstag mitteilten. Zudem sei ein Millionenschaden entstanden. Die Fensterfront des Gebäudes wurde teilweise zerstört, in der Nähe geparkte Autos gingen in Flammen auf. Die Fahndung nach den vermutlich drei Tätern blieb zunächst ohne Erfolg.

Mit dem Attentat hat die baskische Untergrundorganisation ETA nach Ansicht von Antiterrorexperten erneut kritische Medien ins Visier genommen. Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero betonte, die ETA werde die Medien als Grundlage der Demokratie aber nicht zum Schweigen bringen können. "Die ETA kann zwar Anschläge verüben, sie wird aber alle Schlachten verlieren."

Eine Stunde vor der Explosion hatte es am Mittwoch einen Warnanruf der ETA gegeben, wie das baskische Innenministerium mitteilte. Die Polizei konnte das Gebäude dadurch rechtzeitig räumen und die rund 400 Mitarbeiter in Sicherheit bringen. Auch ein Busbahnhof und ein Krankenhaus wurden evakuiert.

Mit je fünf öffentlichen Fernseh- und Hörfunksendern ist EITB die größte Rundfunkanstalt des Baskenlandes. Drei Stunden nach der Explosion konnte der Sendebetrieb wieder aufgenommen werden. In dem Gebäude sind auch andere Medien wie die Zeitungen "El Mundo" und "Deia" sowie der private TV-Sender Antena 3 untergebracht.

Der für den Anschlag benutzte Lieferwagen war kurz zuvor von den Terroristen geraubt worden. Den Besitzer ließen sie an einen Baum gefesselt in einem Wald zurück. Das Handy des Mannes benutzten sie wohl auch für ihre telefonische Warnung. Er wurde später von der Polizei unversehrt gefunden.

Erst Anfang Dezember hatte die ETA einen baskischen Unternehmer erschossen. Mit dem vierten Mordanschlag im Jahr 2008 hatte die Organisation auf die Festnahme ihres mutmaßlichen Anführers Mikel Garikoitz Aspiazu alias Txeroki reagiert, der zwei Wochen zuvor in Frankreich festgenommen worden war. Am 8. Dezember hatte die französische Polizei auch dessen Nachfolger, Aitzol Iriondo, gefasst.

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |