Kohlenmonoxidvergiftung: Familientragödie in Maria

15.01.2009 | 00:00

Die Kälte wurde ihnen zum Verhängnis: Vater und Tochter einer ecuadorianischen Familie aus Maria de la Salut sind in der Nacht von Sonntag auf Montag (11./12.1.) ums Leben gekommen, weil sie im Schlaf giftiges Kohlenmonoxid eingeatmet haben. Das Gas strömte aus einem mit Kohlen betriebenen Heizgerät. Die Mutter überlebte mit schweren Vergiftungen. Die Familie war kurz zuvor nach mehreren Wochen Abwesenheit ihr vollkommen erkaltetes Haus zurückgekehrt und hatte versucht, etwas Wärme zu schaffen.

Zwei Monate hatten der 40 Jahre alte Wilmer Manuel Tandazo Castillo, seine 29 Jahre alte Frau Eufemia Esperanza Bustamante Yaguana und ihre zehnjährige Tochter Marelys in ihrer Heimat Ecuador verbracht und dabei frühlingshafte Temperaturen genossen. Marelys feierte dort ihre Erstkommunion. Doch die Rückreise der Insel-Residenten gestaltete sich extrem anstrengend. Wegen des Winterchaos am Flughafen Barajas mussten sie zwei Tage in Madrid ausharren, bevor sie endlich nach Mallorca weiterfliegen konnten. Eine Nacht verbrachten sie im Hotel, eine im Flughafen. Dann erreichten sie schließlich ihr Dorfhaus in Maria de la Salut - für die Familie ein Kälteschock.

Eltern und Tochter legten sich neben einem mit Kohlen betriebenen Heizgerät zum Schlafen. Dabei handelte es sich nach Polizeiangaben entweder um einen sogenannten brasero, der in Spanien traditionell zum Wärmen der Füße verwendet wird, oder einen Kohlengrill. Im Schlaf atmeten sie die giftigen Dämpfe ein. Angehörige der Familie, die seit vielen Jahren auf Mallorca lebte, entdeckten das Unglück. Sie hatten nach dem Rechten gesehen, weil Wilmer nicht zur Arbeit erschienen war und Marelys in der Schule fehlte. Die beiden konnten nicht mehr wiederbelebt werden, Mutter Eufemia wurde in das Krankenhaus Inca gebracht. Mittlerweile hat sie die Klinik verlassen, sie wird psychologisch betreut.

Weitere sechs Menschen in Palma erlitten in der Nacht auf Samstag (10.1.) Vergiftungen, weil sie ebenfalls Kohlenmonoxid eingeatmet hatten, das aus einem brasero strömte.

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