Ermittlungen gegen Ex-Premier Matas ausgeweitet

28-01-2009  
Jaume Matas mit seiner Frau Maite Areal in seiner Zeit als Politiker.
Jaume Matas mit seiner Frau Maite Areal in seiner Zeit als Politiker. Foto: Massuti

Die Staatsanwaltshaft hat die Ermittlungen gegen den früheren balearischen Ministerpräsidenten Jaume Matas (Volkspartei, PP) ausgeweitet. In der sogenannten "Operation Buckingham" untersuchen die Beamten, wie Matas die aufwendige Ausstattung seines Altstadtpalasts in Palmas bekannter Straße San Feliú finanzierte.

Matas hat unterdessen die Flucht nach vorne angetreten und in einem Leserbrief an die Zeitung "El País" bestätigt, dass in Folge einer anonymen Anzeige gegen ihn ermittelt werde und dass er der Staatsanwaltschaft seine Kooperation angeboten habe. Die Vorwürfe seien jedoch in keiner Weise haltbar. So seien die einzigen Einkünfte, die er neben seiner Tätigkeit als Politiker gehabt habe, auf einen Hausverkauf im Stadtbezirk von Palma zurückzuführen. Bei dem angeblichen Altstadtpalast handle es sich lediglich um eine von insgesamt acht Wohnungen in dem Gebäude. Sie sei 450 Quadratmeter groß und laut Katasteramt 251.000 Euro wert. Für die Renovierung habe man eine Hypothek beantragt, so Matas in dem Leserbrief.

Politiker linker Parteien kritisierten, dass Matas sich lange Zeit mit einer Stellungnahme gelassen habe. Der Katasterwert der Wohnung sei zudem im Vergleich zum tatsächlichen Marktwert wenig aussagekräftig. Im Rahmen der Ermittlungen befragen die Beamten die Inhaber von Luxus-Innenaustattern und Kunstgalerien. Rechnungen und Lieferscheine werden überprüft, um feststellen zu können, ob der ehemalige Balearen-Präsident seine nachweisbaren Einkünfte mit den Waren überschritten hat.

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