Ryanair erwägt Toiletten-Gebühr an Bord

27.02.2009 | 17:52

Wer an Bord auf die Toilette muss, soll auch zahlen - zumindest wenn es nach Europas größtem Billigflieger Ryanair geht. Die irische Fluggesellschaft erwägt, auf der Suche nach neuen Geldquellen ihre Passagiere für den Gang zur Toilette zur Kasse zu bitten. Dadurch sollten Flugtickets günstig bleiben, erklärte Ryanair-Chef Michael O'Leary am Freitag dem Sender BBC. In Zukunft müssten die Reisenden dann eventuell für ihre Bedürfnisse ein Pfund (1,12 Euro) bezahlen. "Wir sehen uns derzeit die Möglichkeit an, einen Geldschlitz an den WC-Türen anzubringen."

O'Leary, der bekannt für seine ungewöhnlichen Geschäftsideen ist, verteidigte sich: "Ich glaube, dass noch nie jemand ohne mindestens ein Pfund-Stück in der Tasche an Bord einer Ryanair-Maschine gegangen ist." Wie das Münzsystem auf Euro umzurechnen wäre, verriet er nicht. Ein Sprecher der Fluggesellschaft betonte, es gebe keine "unmittelbar bevorstehenden" Pläne für die Klo-Gebühr. Insgesamt hieß er das Vorhaben jedoch gut: "Nicht jeder benutzt die Toilette an Bord, aber das könnte helfen, die Ticketpreise für alle anderen Passagiere zu reduzieren."

Kritiker hielten Ryanair dagegen vor, "ganz tief gesunken" zu sein. Rochelle Turner vom Verbrauchermagazin "Which? Holiday" sagte, es würde Ryanair "Recht geschehen", wenn die Reisenden dann weniger Geld für "überteuerte Getränke an Bord" ausgeben. Europas größter Billigflieger steht seit langem wegen Extrakosten wie Gepäckaufgabe und Service an Bord in der Kritik. Der Fluggesellschaft machen - wie anderen Airlines auch - sinkende Erlöse zu schaffen.

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