Fünf Jahre Haft für spanische Kneipenwirtin wegen Ruhestörung

19-03-2009  

In einem beispiellosen Gerichtsentscheid ist eine spanische Kneipenwirtin wegen Ruhestörung zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Strafe ist die höchste, die jemals in Spanien wegen ruhestörenden Lärms verhängt wurde. Ein Gericht in Barcelona wertete den von der Gaststätte der Angeklagten ausgehenden Lärm als Folter und Körperverletzung.

Die Richter sahen es nach dem am Montag veröffentlichten Urteil als erwiesen an, dass die Angeklagte mit dem Kneipenlärm der körperlichen und psychischen Gesundheit von drei Anwohnern Schaden zugefügt habe. Die Frau hatte in dem - in der Altstadt von Barcelona gelegenen - "Pub" ohne Genehmigung der Behörden eine leistungsstarke Lautsprecheranlage installieren und bis 3.00 Uhr morgens laute Musik spielen lassen.

Die Anwohner reichten wenigstens zehn Klagen ein. Sie litten infolge der nächtlichen Lärmbelästigung an depressiven Störungen und mussten sich psychiatrisch behandeln lassen. Die Stadtverwaltung der katalanischen Metropole ordnete zunächst den Abbau der Musikanlage und später dreimal die Schließung der Gaststätte an. Die Eigentümerin setzte sich jedoch stets über die Anordnungen hinweg.

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