Nadal entzaubert Murray im südkalifornischen Sturm

24-03-2009  

Der "mallorquinische Orkan" Rafael Nadal hat sich im südkalifornischen Sturm durchgesetzt und den 33. Einzeltitel seiner Karriere gefeiert. Dabei geriet das Finale des ATP-Masters- Turniers in Indian Wells zu einer einseitigen Angelegenheit, bei der am Ende der Brite Andy Murray eine bemitleidenswerte Figur abgab. Der 21 Jahre alte Weltranglisten-Vierte hatte am Sonntag (Ortszeit) gegen Branchenprimus Nadal kaum eine Chance und verlor nach nur 81 Minuten mit 1:6, 2:6. Dabei machten Windgeschwindigkeiten von rund 50 km/h das Finale zu einem Vabanquespiel. Bei den Damen holte Vera Swonarewa nach dem Doppeltitel am Samstag auch den im Einzel. Die Russin besiegte Titelverteidigerin Ana Ivanovic aus Serbien mit 7:6 (7:5), 6:2 und holte sich als erste Frau seit neun Jahren das Double.

Seinen zweiten Titel in Indian Wells nach 2007 sicherte sich Nadal. Der 22-Jährige kam im "verwehten Finale" eindeutig besser mit den äußeren Umständen klar. "Die Bedingungen waren schwierig, aber ich denke, ich hatte eine gute Strategie und habe angesichts der Gegebenheiten ein wirklich gutes Match gespielt", sagte Nadal. Mit dem Sieg beim mit 4,5 Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Event hat er seine Masters-Titelsammlung auf 13 ausgebaut und rangiert nun auf Rang drei hinter Roger Federer (14) und Andre Agassi (17).

Murray, der erstmals in Südkalifornien das Endspiel erreicht hatte, stand hingegen sowohl Nadal als auch dem böigen Wind chancenlos gegenüber. Seit mehr als anderthalb Jahren wurde der Schotte nicht mehr so vorgeführt wie in den 81 Minuten von Indian Wells. Zuletzt hatte er mit dem gleichen Resultat im August 2007 gegen Marcos Baghdatis aus Zypern in der ersten Runde des ATP- Masters in Cincinnati verloren. "Ich habe bestimmt nicht mein bestes Tennis gespielt, aber da werde ich drüber hinwegkommen, denn unter diesen Bedingungen werde ich ganz sicher nicht jede Woche spielen", meinte Murray. Trotz der Endspiel-Ernüchterung zog er aber ein positives Fazit. "Ich bin nicht enttäuscht, denn die Woche ist so gut verlaufen - viel besser als ich es erwartet hatte."

Traumhafte Tage hat auch Vera Swonarewa hinter sich. Die 24- Jährige blieb als Einzige aller 320 Profis in Indian Wells ungeschlagen, gewann alle elf Matches im Doppel und im Einzel. "Ich habe dieses Turnier im Fernsehen verfolgt, seitdem ich ein Kind war. Es ist nach den Grand-Slam-Turnieren eine der bedeutendsten Veranstaltungen und es bedeutet so viel für die Siegerin, da man zahlreiche Top-Spielerinnen schlagen muss, um zu gewinnen", meinte die Russin nach ihrem Finalsieg über Ivanovic.

Die serbische Titelverteidigerin setzte indes mit ihrer Niederlage den "Fluch der Champions" fort. Denn bislang konnte nur Martina Navratilova 1991 ihren Vorjahressieg wiederholen. "Das waren die schlimmsten Bedingungen, bei denen ich jemals gespielt habe", schimpfte Ivanovic. "Es war sehr wichtig, die Konzentration trotz zahlreicher Leichtigkeitsfehler nicht zu verlieren und seinen Aufschlag zu halten", betonte Swonarewa, die erstmals seit der Amerikanerin Lindsay Davenport im Jahr 2000 wieder das Double gewann.

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