Sprachen-Streit

Demonstranten fordern Rücktritt des Gesundheitsministers

02-04-2009  
Die Gewerkschaft STEI-i begrüßte die geplanten strengeren Katalanisch-Vorschriften.
Die Gewerkschaft STEI-i begrüßte die geplanten strengeren Katalanisch-Vorschriften. Foto: Massuti

Rund 2.500 Demonstranten haben am Mittwoch (1.4.) bei einer Protestkundgebung in Palma den Rücktritt des balearischen Gesundheitsministers Vicenç Thomàs gefordert. Unter anderem die Gewerkschaften werfen ihm vor, mit der Einführung neuer Vorschriften für Katalanisch-Kenntnisse von Ärzten und Krankenpflegern im öffentlichen Gesundheitssystem den Ärztemangel zu verschärfen. Eine vor wenigen Tagen beschlossene Verordnung sieht vor, dass die Angestellten nach zwei Jahren Sprachkenntnisse der Stufe B (Mittelstufe) nachweisen müssen. Die Gewerkschaft dagegen fordert, dass Katalanisch-Kenntnisse optional sein sollten und lediglich als Pluspunkt bei Bewerbungen gewertet werden dürften.

Am Tag zuvor hatte Vicenç bereits einen Rückzieher gemacht. Wie in einer Pressekonferenz am Dienstag (31.3.) angekündigt worden war, soll Ärzten wie Pflegern eine längere Übergangszeit zugestanden werden, um Katalanisch-Kenntnisse erwerben zu können. Die Aufweichung der Verordnung verlängert die Übergangsfrist auf drei Jahre. Diese Frist soll ausnahmslos für alle Ärzte und Pfleger des öffentlichen Gesundheitssystems gelten und nicht nur für dringend benötigte Spezialisten.

Der Streit spitzt sich unterdessen besonders auf Mallorcas Nachbarinsel Ibiza zu. Dort drohten nach Angaben der Zeitung "El Mundo" 39 Ärzte aus Protest gegen die neuen Vorschriften mit einer Kündigung. Das ist ein Viertel des Krankenhauses Can Misses. Der Ärztemangel auf Ibiza sei auch ohne neue Auflagen ein großes Problem, hieß es. Gesundheitsminister Vicenç dagegen sprach von einer "Verordnung der offenen Türen", die keine Ärzte abschrecke, auf die Balearen zu kommen.

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