ETA droht: Pläne für Raketenanschlag auf spanischen König

17.04.2009 | 18:38

Die baskische Terror-Organisation ETA nimmt die künftige Regierung des spanischen Baskenlands ins Visier. Der designierte Ministerpräsident der autonomen Region, Patxi López, und seine Regierung seien "vorrangige Ziele" von Anschlägen, kündigten die Separatisten nach Medienberichten vom Montag in einem Kommuniqué an. Der Sozialist López soll Anfang Mai vom baskischen Parlament mit den Stimmen der Sozialisten (PSE) und der konservativen Volkspartei (PP) zum Regierungschef gewählt werden. Dies sieht ein Übereinkommen beider Parteien vor, die damit die baskischen Nationalisten (PNV) nach fast 30 Jahren von der Macht im Baskenland verdrängen wollen.

López hatte angekündigt, den Kampf gegen den ETA-Terror zu verschärfen. Die ETA bezeichnete in ihrem Kommuniqué, das die baskische Zeitung "Gara" verbreitete, den Sozialisten als "caudillo" (Führer). So hatte der spanische Diktator Francisco Franco (1939-1975) sich titulieren lassen. Die ETA sprach López die "demokratische Legitimität" ab.

Pläne für Raketenanschlag auf spanischen König

Nach einem Bericht der Zeitung "El Correo" hatte die ETA vor mehreren Jahren geplant, ein Flugzeug des spanischen Königs Juan Carlos mit einer Boden-Luft-Rakete abzuschießen. Dies gehe aus Computer-Dateien hervor, die die französischen Sicherheitskräfte in einem Versteck der ETA sichergestellt hätten, berichtete das Blatt. Die ETA habe die Rakete aus der Nähe eines Flughafens oder eines Militärstützpunkts auf ein Flugzeug oder einen Hubschrauber des Monarchen abfeuern wollen.

Die Dateien seien im Jahr 2004 in einem Landhaus im französischen Baskenland sichergestellt worden, das der ETA jahrelang als "Waffenfabrik" gedient habe. Dort seien auch Überreste einer Boden- Luft-Rakete russischen Fabrikats entdeckt worden, die die ETA- Terroristen bei einem Test abgefeuert hätten, berichtete die Zeitung. In den Unterlagen werde darauf hingewiesen, dass neben dem König auch der spanische Regierungschef oder ein Mitglied der spanischen Regierung als potenzielle Ziele infrage kämen.

Die französische Polizei nahm ein mutmaßliches Führungsmitglied der ETA fest. Der Mann wurde auf dem Pariser Montparnasse-Bahnhof gefasst, als er aus einem Zug aus Bordeaux ausstieg. Er war mit einem Revolver bewaffnet, leistete aber keinen Widerstand. Wie das spanische Innenministerium in Madrid mitteilte, war der Festgenommene vermutlich die Nummer zwei des logistischen Apparats der ETA und der Chef der ETA-Werkstatt zur Fälschung von Dokumenten gewesen.

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