Spanien

Schlag gegen ETA: ´Schnellkurs´ wird Militärchef zum Verhängnis

20-04-2009  

Das Treffen in der Nähe von Perpignan war streng geheim. Jurdan Martitegi, mutmaßlicher Militärchef der ETA und einer der meistgesuchten Terroristen in Spanien, erwartete in einem Versteck in Südfrankreich den Anführer einer neu aufgebauten Terrorzelle aus dem spanischen Baskenland. Zusammen mit einem Gehilfen wollte der Militärchef der baskischen Untergrundorganisation dem Mann aus Spanien, Alex Uriarte, Anweisungen über die Führung einer Terrorzelle geben. Dann sollte Uriarte nach Spanien zurückkehren und dort mit seinen Leuten Anschläge vorbereiten.

Der "Schnellkurs" dauerte, wie der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba berichtete, etwa zwei Stunden. Dann schlug die Polizei zu und nahm die drei Männer fest. Der mutmaßliche ETA-Führer ließ die Beamten keinen Augenblick im Unklaren darüber, wer ihnen da ins Netz gegangen war. "Ich bin Jurdan Martitegi", sagte er. Der 28-Jährige hatte nicht gewusst, dass Uriarte seit Wochen von der Polizei überwacht worden war. Uriarte - der Neffe eines bekannten ETA-Veteranen - führte die Ermittler so auf die Spur des Militärchefs. Die Polizei wusste auch, welche Leute der Terrorzelle von Uriarte angehörten. Sie nahm die sechs mutmaßlichen Mitglieder im Baskenland fest, bevor diese nur ein einziges Attentat verüben konnten.

Mit Martitegi wurde bereits der dritte Chef der ETA- Terrorkommandos in weniger als einem halben Jahr verhaftet. Die Vorgänger waren im November und Dezember 2008 gefasst worden. Für die ETA bedeutet dies eine enorme Schwächung. Die Separatistenorganisation muss immer häufiger ihre Chefs auswechseln. Dadurch steigen junge und unerfahrene Heißsporne in Führungspositionen auf. "Die ETA befindet sich in einem Prozess beschleunigter Auflösung", schreibt die Zeitung "El País".

Die Organisation kann sich im Baskenland nicht mehr auf eine politische Partei mit Abgeordneten und Bürgermeistern stützen. Ihr politischer Arm Batasuna (Einheit) und die Nachfolgeparteien wurden verboten. Innerhalb der Führung der ETA wird darüber gestritten, ob der Terror überhaupt noch Sinn macht oder ob ein neuer Friedensprozess mit der spanischen Regierung angestrebt werden soll. Die Chance zu einer einvernehmlichen Friedenslösung scheint die ETA jedoch ein für alle Mal verspielt zu haben, als sie vor gut zwei Jahren ihre "Waffenruhe" für beendet erklärt hatte und zur Strategie des Terrors zurückgekehrt war.

"Der Dialog mit der ETA gehört der Vergangenheit an, und die Vergangenheit kommt nie zurück", betonte der Innenminister. "Für die ETA gibt es nur noch eine Alternative. Entweder sie gibt die Gewalt freiwillig auf, oder wir zwingen sie dazu." Spaniens Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero meint, dass das Ende der ETA nur eine Frage der Zeit sei: "Wir werden den Terrorismus besiegen, damit im Baskenland und in Spanien Frieden herrschen kann."

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