Real ´Meister des Wahnsinns´

24.04.2009 | 08:57

Die Titelchancen von Real Madrid waren praktisch dahin, die spanische Fußballmeisterschaft schien zugunsten des Erzrivalen FC Barcelona entschieden. Aber in einer dramatischen Schlussphase, wie sie das Bernabéu-Stadion seit langem nicht erlebt hatte, rissen die "Königlichen" ein verloren geglaubtes Spiel gegen den FC Getafe aus dem Feuer. "Real ist der Meister des Wahnsinns", titelte die Zeitung "El Mundo" nach dem 3:2-Sieg der Madrilenen über den Abstiegskandidaten. Der Rekordmeister bleibt damit Barça auf den Fersen, das am Mittwochabend gegen den FC Sevilla spielen musste.

Real schien gegen den Vorstadtclub von allen guten Geistern verlassen zu sein. Als Juan Albín den FC Getafe in der 83. Minute mit 2:1 in Führung schoss, gaben die Fans der Weißen alle Hoffnungen auf die Titelverteidigung auf und strömten zu Tausenden aus dem Stadion. Zwei Minuten später hämmerte Guti einen Freistoß zum 2:2 ins Getafe-Tor, aber ein "Amoklauf" von Madrids Innenverteidiger Pepe versetzte den Real-Anhängern einen neuen Schrecken.

Der Portugiese stieß Getafes Regisseur Francisco Casquero im Strafraum um und traktierte den am Boden Liegenden mit Fußtritten. Dem herbeigeeilten Albín versetzte er einen Kinnhaken und beschimpfte nach dem fälligen Platzverweis das Schiedsrichtergespann als "Hurensöhne". "Pepe sollte für wenigstens zehn Spiele gesperrt werden", forderte Getafes Präsident Angel Torres.

Casquero trat zum Strafstoß an, um Reals Titelambitionen definitiv den Garaus zu machen. Nicht nur das: Er wollte die "Königlichen" obendrein der Lächerlichkeit preisgeben und lupfte den Ball im Stile eines Antonin Panenka in die Mitte des Tores. Damit wollte er Iker Casillas ebenso narren, wie Panenka es 1976 im EM-Finale Tschechoslowakei gegen Deutschland mit Torwart Sepp Maier gemacht hatte. Aber der Real-Keeper fiel auf die Finte nicht herein und nahm den Ball mühelos auf. In der Schluss-Sekunde schoss Gonzalo Higuaín die Madrilenen noch zum Sieg.

"Dafür gibt es keine Erklärung", meinte der Fußballexperte Jesús Alcaide ratlos. "Immer spielt Real grauenhaft, und immer gewinnen die Weißen." Keinen Anteil an der Aufholjagd hatten Reals ehemalige Bundesliga-Profis Rafael van der Vaart und Christoph Metzelder. Der Ex-HSV-Kapitän wurde zur Halbzeit ausgewechselt. "Van der Vaart taugt nicht einmal für das Vorspiel der Reservemannschaften", spottete die Zeitung "El País". Der Ex-Dortmunder Metzelder kam gar nicht erst zum Einsatz. Trainer Juande Ramos zog es vor, den Mittelfeldspieler Fernando Gago in die Abwehr zu beordern.

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