Verdachtsfälle der Schweinegrippe auf Mallorca nicht bestätigt

29.04.2009 | 13:40
Zwei Mexiko-Urlauberinnen kommen am Flughafen in Madrid an.
Zwei Mexiko-Urlauberinnen kommen am Flughafen in Madrid an.

Falscher Alarm: Die beiden Patienten mit Symptomen der Schweinegrippe sind wieder aus Palmas Krankenhaus Son Dureta entlassen worden. Untersuchungen hatten gezeigt, dass sich der Mann und die Frau, die vor kurzem aus Mexiko zurückgekommen waren, nicht mit dem Virus angesteckt haben. Die Vorsichtsmaßnahmen werden jedoch verstärkt. Die spanische Zentralregierung will die Balearen mit 243.000 Schutzmasken versorgen.

Unterdessen ist aber auf dem spanischen Festland der zweite Fall von Schweinegrippe aufgetreten. Das Gesundheitsministerium bestätigte einen zweiten Fall in Valencia. In dem Krankenhaus wurden 27 Zimmer für weitere Verdachtsfälle reserviert. Rund 180 Menschen, die mit dem Patienten in Valencia Kontakt hatten, wurden bereits profilaktisch behandelt. Bereits am Montag war der Schweinegrippenvirus bei einem 23 Jahre alten Mann in Almansa in der Provinz Albacete nachgewiesen worden. Bei weiteren 32 Menschen in Spanien besteht ein Verdacht auf den Virus. Auch in Deutschland hat sich nun erstmals ein Verdacht bestätigt. Ein Mann aus dem Raum Regensburg in Bayern, der vor einer Woche mit einer Reisegruppe aus Mexiko zurückgekehrt war, leidet an der Krankheit.

Der balearische Gesundheitsminister Vicenç Thomàs versicherte, dass die Situation auf Mallorca unter Kontrolle sei und kein Grund zur Beunruhigung bestehe. Das Sicherheitsprotokoll sehe derzeit vor, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen und mögliche infizierte Patienten zu untersuchen. In Son Dureta lagerten zudem 23.000 Einheiten eines Medikaments, das gegen die Vogelgrippe Anwendung fand und ebenfalls gegen den neuen Virus wirksam sei. Wie Thomàs betonte, besteht kein Anlass zur Sorge. Personen, die in den vergangenen Tagen aus Mexiko zurückgekehrt seien und Symptome einer Grippe wie Kopf-, Hals- oder Gliederschmerzen verspürten, sollten sich allerdings umgehend unter der Telefonnummer 061 melden. Bei der Notrufzentrale gingen bereits mehrere Anrufe von besorgten Bürgern ein.

Unterdessen fürchten die mallorquinischen Hotelketten mit Häusern in Mexiko einen Geschäftseinbruch. Seit Montag hätten viele Touristen ihre geplante Reise storniert, hieß es beim spanischen Verband der Reiseagenturen. So hatte auch die deutsche Regierung davon abgeraten, derzeit nach Mexiko zu reisen. Die Hotelketten riefen zur Ruhe auf und boten Alternativziele an. Der Aktienkurz des Unternehmens Sol Meliá verlor am Montag an der Börse 13 Prozent.

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |