PP gewinnt trotz Stimmenverlust Europawahl auf Mallorca

08.06.2009 | 09:35
Rosa Estaràs darf nach Brüssel.
Rosa Estaràs darf nach Brüssel.

Die konservative Volkspartei hat die Europawahl auf Mallorca gewonnen. Die Spitzenkandidatin und gleichzeitig Vorsitzende der Partei auf den Balearen, Rosa Estaràs, erzielte auf den Inseln ein Ergebnis von 44 Prozent. Die Sozialisten (PSOE), die derzeit auf den Balearen in einem Mitte-Links-Bündnis regieren, kamen auf 39 Prozent der Stimmen. Entgegen dem spanienweiten Trend hat die PP auf den Inseln allerdings 9.000 Stimmen und damit drei Prozentpunkte verloren. Die Sozialisten haben 3.000 Stimmen eingebüßt.

Die Balearen entsenden somit zwei Abgeordnete ins EU-Parlament. Estaràs (Listenplatz 10) wird erstmals dort vertreten sein, für die Sozialistin Teresa Riera (Listenplatz 20) beginnt die zweite Legislaturperiode. Auf den Balearen enthielten sich so viele Wähler ihrer Stimme wie sonst in keiner spanischen Region: Knapp 64 Prozent der Wahlbeteiligten gingen nicht zur Wahl.

In Gesamtspanien haben die Sozialisten von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero die Europawahl überraschend deutlich verloren. Die Opposition der konservativen Volkspartei (PP) konnte erstmals seit der Parlamentswahl im Jahr 2000 eine landesweite Wahl in Spanien gewinnen. Sie kam nach dem vorläufigen Endergebnis auf 42,2 Prozent der Stimmen und errang damit 23 der 50 spanischen Sitze im Europaparlament. Wie das Madrider Innenministerium in der Nacht zum Montag mitteilte, gewannen die Sozialisten nur 38,5 Prozent der Stimmen und 21 Sitze. Die Vereinte Linke (IU) sowie der Zusammenschluss von katalanischen und baskischen Nationalisten kamen jeweils auf zwei Sitze. Die übrigen zwei Mandate entfielen auf kleinere und regionale Parteien.

Die PSOE hatte sich angesichts der Wirtschaftskrise vor der Wahl mit einem Remis oder einer knappen Niederlage zufriedengegeben. Ihre Verluste fielen aber deutlicher aus als erwartet. Die spanischen Sozialisten wiesen jedoch darauf hin, dass sie ein besseres Ergebnis erzielt hätten als ihre Genossen in den anderen EU-Ländern. Der PP-Parteichef Mariano Rajoy bezeichnete den Erfolg als einen ersten Schritt zu einem Machtwechsel in Spanien. "Eine neue Mehrheit hat für den Wandel gestimmt", sagte der spanische Oppositionsführer. Anhänger der Konservativen forderten Zapatero zum Rücktritt auf.

Die Wahlbeteiligung war mit 46,0 Prozent knapp höher als 2004 (45,1). Spanien war bisher mit 54 Abgeordneten im Europaparlament vertreten gewesen. Davon waren 25 auf die Sozialisten und 24 auf die Konservativen entfallen.

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |