Krankenhaus Son Espases: Gericht drängt auf Baustopp

16.06.2009 | 12:22
Die Arbeiten sind weit fortgeschritten.
Die Arbeiten sind weit fortgeschritten.

Der Streit und das rechtliche Chaos um das neue Großklinikum Son Espases, das derzeit im Norden Palmas gebaut wird, spitzt sich weiter zu. So hat der Oberste Gerichtshof auf den Balearen am Montag (15.6.) einen Beschluss erlassen, wonach die Bauarbeiten vorläufig gestoppt werden müssen. Vorangegangen war ein Urteil des des Obersten Gerichtshofs im März dieses Jahres, das die Änderung der Bebauungspläne des Gebiets für nichtig erklärte. Die Richter gaben darin den Anwohnern sowie der Verwaltung des Klosters La Real recht, die geklagt hatten. Zwar diene der Bau des Krankenhauses dem Allgemeinwohl. Dem dürfe aber nicht das Kulturerbe geopfert werden, das das Kloster und seine Umgebung darstellt.

Der balearische Gesundheitsminister Vicenç Thomàs (PSOE) hatte die Einstellung der Bauarbeiten bislang abgelehnt und blieb auch am Montag bei dieser Haltung. Die Juristen prüften das Urteil weiterhin, man werde Einspruch erheben, weil sich die Rahmenbedingungen seit der Klage im Jahr 2006 grundlegend geändert hätten. So verwies Thomàs darauf, dass man die Baupläne abgeändert habe, damit die Landschaft rund um das Kloster so wenig wie möglich beeinträchtigt werde.

Die Sozialisten und Linksparteien hatten das Projekt zunächst kritisiert, als es von der konservativen Vorgängerregierung vorangetrieben wurde, hatten es allerdings nach dem Regierungswechsel fortgeführt, da es bereits zu weit fortgeschritten war. Es seien bislang Arbeiten im Wert von 107 Euro ausgeführt, so Thomàs, weitere 127 Millionen Euro sind für die ausstehenden Arbeiten eingeplant. Auf dem Spiel stünden zudem 1.100 Jobs und Aufträge für 46 Firmen.

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