Schweinegrippe- Fälle auf Mallorca nachgewiesen

06.07.2009 | 17:50
Test auf Schweinegrippe.
Test auf Schweinegrippe.

Auf Mallorca sind erste Fälle der Schweinegrippe nachgewiesen worden. Nach einem bestätigten Fall auf Ibiza wurde der Virus nun auch bei einer 55-jährigen Frau auf Mallorca nachgewiesen. Sie habe sich auf einer USA-Reise angesteckt, heißt es im balearischen Gesundheitsministerium. Die Patientin sei ambulant behandelt worden und bereits auf dem Weg der Besserung. Entdeckt wurde das Virus zudem bei einer Gruppe von sechs Jugendlichen aus Katalonien, die ihre Ferien auf Mallorca verbracht hatten, sowie auch einer 19-jährigen Touristin aus Kleve, die sich offenbar ebenfalls auf der Insel angesteckt hat.

Es seien alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, sagte der balearische Gesundheitsminister Vicenç Thomàs. In 33 Gesundheitszentren auf den Balearen seien die Ärzte in Alarmbereitschaft, um Tests auszuführen. Impfstoffe sollen durch die spanische Zentralregierung erworben werden, bis Herbst sollen so theoretisch 40 Prozent der Bevölkerung damit versorgt werden können. Bislang seien besonders junge Leute betroffen, die viel reisten. Angesichts der weltweiten Ausbreitung der Schweinegrippe seien die jetzt auf Mallorca entdeckten Fälle nicht überraschend. Das balearische Gesundheitsministerium empfiehlt, sich im Verdachtsfall wie bei der Ansteckung mit einer gewöhnlichen Grippe zu verhalten: viel Wasser trinken, Hände waschen und den Kontakt mit anderen auf ein Minimum reduzieren.

Unterdessen wurden bei Schweinegrippe-Patienten in Hongkong, Japan und Dänemark erste Resistenzen gegen das Grippemittel Tamiflu beobachtet. Die Gesundheitsbehörden nannten die Einzelfälle jedoch nicht beunruhigend. Alle drei Patienten sind bereits wieder gesund. Tamiflu-Hersteller Roche betonte, ein geringer Anteil von Resistenzen sei zu erwarten gewesen und werde stets auch bei der saisonalen Grippe beobachtet.

Chan sagte, das Virus sei derzeit zwar nur moderat gefährlich, die Weltgemeinschaft habe die Pandemie jedoch noch nicht im Griff. Angesichts des beginnenden Winters auf der Südhalbkugel hatte die WHO vor allem die Menschen dort zu besonderer Vorsicht aufgefordert. Argentiniens Gesundheitsminister Juan Luis Manzur schätzt die Zahl der Schweinegrippefälle in seinem Land mittlerweile auf 100 000. Bislang hatte Argentinien 1587 laborbestätigte Infektionen an die WHO gemeldet. Auch andere Länder gehen von großen Dunkelziffern aus.

In London starb ein 19 Jahre alter Mann nach einer Infektion mit der Schweinegrippe. Er war durch ernsthafte andere Gesundheitsprobleme bereits geschwächt, wie die Behörden mitteilten. Die Infektion mit der Schweinegrippe war erst nach seinem Tod festgestellt worden. Damit sind in Großbritannien mittlerweile vier Menschen, die andere Vorerkrankungen hatten, nach einer Infektion mit dem neuartigen H1N1-Virus gestorben.

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