Korruption: Schwere Vorwürfe gegen Matas- Regierung

15.07.2009 | 11:40

Im Zuge der Untersuchungen um ein mutmaßliches Netzwerk aus Korruption und Vetternwirtschaft in der balearischen Behörde zur Wirtschaftsförderung (CDEIB) hat ein Beschuldigter die Spitze der früheren Matas-Regierung schwer belastet. So sagte Felipe Ferré, früherer Gemeinderat in Lloseta (Volkspartei, PP), aus, dass der frühere Ministerpräsident Jaume Matas über alle Machenschaften informiert gewesen sei. Dank mutmaßlicher Schmiergelder und falscher Rechnungen sei über eine Viertel Million Euro für die Parteikasse eingenommen worden. Ferré belastet zudem auch die früheren Minister für Tourismus, Joan Flaquer, und Wirtschaft, Josep Juan Cardona.

Im September 2008 waren unter anderen Antònia Ordinas, die frühere Leiterin des CDEIB und Hauptverdächtige, sowie mehrere mallorquinische Unternehmer verhaftet worden. Sie sollen sich in der vergangenen Legislaturperiode mit öffentlichen Geldern des CDEIB bereichert haben. Insgesamt sollen bis zu fünf Millionen Euro unterschlagen worden sein.

In den Vernehmungen sprachen die Festgenommenen von Zahlungen über 10 bis 25 Prozent der Auftragssumme. Außerdem soll Ordinas die von ihr beauftragten Unternehmen auch dazu verpflichtet haben, Dienste der Firma ihrer Gattin Rosselló für zweifelhafte Analysen ausländischer Märkte in Anspruch zu nehmen. Das CDEIB kümmerte sich um die Vermarktung balearischer Produkte im Ausland. Zwischen 2003 und 2007 finanzierte es auch in Deutschland, in Bad Honnef bei Bonn, ein Büro. Das CDEIB hinterließ Ordinas beim Regierungswechsel 2007 mit einem Defizit von acht Millionen Euro.

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