ETA- Anschlag: Bombe wog rund zwei Kilo

04-08-2009  
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Die Attentäter der ETA kamen offenbar mit rund zwei Kilo Sprengstoff aus, um ihren Anschlag in Palmanova am Donnerstag (30.7.) zu verüben. Davon gehen die Ermittler nach ihren Untersuchungen am Tatort aus. Es wird vermutet, dass die Bombe erst auf Mallorca zusammengebaut wurde, die Bauteile allerdings auf die Insel gebracht wurden. Eine heiße Spur fehlt bislang, Ermittler in Zivil überprüfen derzeit unter anderem auch Ferien-Apartments auf Mallorca und gehen allen Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

An der Fahndung nach den Urhebern des Anschlags sind auf Mallorca rund 1.600 Beamten beteiligt. Es handelt sich dabei nach den Angaben der Behörden um den größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Insel. Die sogenannte Operation Käfig soll den ganzen Monat August über anhalten. Besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen finden auf Palmas Flughafen Son Sant Joan und in den Seehäfen statt. Bei der Explosion einer Autobombe vor der Kaserne der Guardia Civil waren am Donnerstagmittag zwei Beamte getötet worden.

Nach dem neuesten Stand der Ermittlungen waren die Bomben mit Zeitzündern präpariert worden. Die Polizei schließt deshalb nicht aus, dass die Terroristen bereits vor dem Attentat die Insel wieder verlassen hatten. Doch könne es genauso gut sein, dass sie sich weiterhin in einer Wohnung versteckt hielten, sagte der Delegierte der spanischen Zentralregierung auf der Insel, Ramón Socías. Nach der Veröffentlichung von sechs Fahndungsfotos am Freitag sind bei der Polizei zahlreiche Hinweise eingegangen. Ein Mann wollte eine der Terroristinnen unmittelbar vor dem Anschlag in einer nahe gelegenen Postfiliale gesehen haben.

Bei den Gesuchten handelt es sich um Itziar Moreno Martínez, Iratxe Yáñez Ortiz de Barrón, Alberto Machain Beraza, Oroitz Gurruchaga Gogorza, Joanes Larretxea Mendiola und Iván Saez de Jáuregui Ortigosa. Nur der Letztgenannte tauchte jüngst auf den Fahndungslisten der Polizei auf. Die Fahndungen konzentrieren sich auch auf ein Paar, das sich vor mehreren Tagen in Palma in eine Ferienwohnung eingemietet hatte. Die jungen Leute hätten Baskisch gesprochen und seien seit dem Tag des Attentats spurlos verschwunden, hieß es (Hinweise unter den Telefonnummern 900 100 062 sowie 900 100 092).

Die Polizei vermutet, dass die Attentäter den Anschlag geraume Zeit zuvor vorbereitet hatten und sich schon länger auf der Insel befanden. Wie der "Diario de Mallorca" in seiner Ausgabe vom Sonntag berichtet, ermitteln die Beamten auch gegen radikale Unabhängigkeitsgruppierungen auf Mallorca. Es werde nicht ausgeschlossen, dass diese logistische Hilfe geleistet hätten, schreibt das Blatt.

Ramón Socías, wies daraufhin, dass es am Flughafen auf Mallorca und in den Häfen zu Verzögerungen bei der Abfertigung der Passagiere kommen könne. Es sei ratsam, sich rechtzeitig dort einzufinden. Am Tag nach dem Anschlag lief der Flugbetrieb auf Mallorca allerdings wieder weitgehend normal. Auch bei Flügen von und nach Deutschland gab es nach Angaben der Fluggesellschaften keine Verzögerungen mehr. Bereits in der Nacht hatte sich der Betrieb wieder normalisiert, weil es auf Mallorca kein Nachtflugverbot gibt. Die Polizei hatte den Flughafen am Donnerstag nach dem Anschlag in Palmanova knapp zwei Stunden geschlossen.

Tausende Spanier protestierten unterdessen auf Schweigekundgebungen in mehreren Städten des Landes gegen den Terror der ETA. In der Kathedrale von Palma de Mallorca fand eine Trauerfeier für die getöteten Polizeibeamten statt. An dem Gottesdienst nahmen der spanische Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia teil. Zuvor hatten Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und Oppositionsführer Mariano Rajoy den Toten die letzte Ehre erwiesen.

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