Nach dem ETA-Attentat am Donnerstag (30.7.), bei dem zwei Polizisten getötet wurden, haben die Hoteliers auf Mallorca die ersten Stornierungen registriert. Die Zahl sei doppelt oder dreimal so hoch wie gewöhnlich, sagte zunächst der Vorsitzende der Vereinigung der Hotelketten, Aurelio Vázquez, gegenüber dem "Diario de Mallorca". Die absolute Zahl sei jedoch gering. Es sei nicht mit einer Stornierungswelle oder einem massiven Einbruch bei den Buchungszahlen zu rechnen, so Vázquez.
Bei der Landesregierung wurde inzwischen darauf verwiesen, dass die Zahl der Stornierungen unbedeutend sei. "Mallorca ist zur Normalität zurückgekehrt", sagte Tourismusminister Miquel Nadal. In Palmanova und im benachbarten Magaluf habe es nur 15 Absagen von Mallorca-Reisen gegeben. Auch bei den Reiseveranstaltern hieß es, dass es kaum Stornierungen gegeben habe.
Das balearische Tourismusministerium will nun eine Spezialfirma damit beauftragen, mit einer PR-Kampagne den Ruf Mallorcas als Insel der Ruhe und des Friedens wiederherzustellen. Zudem soll eine Hotline unter der Nummer 900-90 03 65 eingerichtet werden, um besorgte Touristen zu informieren. Mallorca sei ein sicheres Reiseziel, die Anschläge hätten sich nicht gegen Touristen, sondern die Polizei gerichtet, heißt es. Besonders in Palmanova, dem Ort des Attentats, beklagen Hoteliers und Einzelhändler eine sinkende Zahl von Touristen. Der britische Markt sei jedoch unter anderem wegen der Schwäche des Pfunds schon vorher eingebrochen.