ETA- Anschlag: König zeigt sich solidarisch mit Mallorca

07.08.2009 | 18:29
König Juan Carlos auf Mallorca
König Juan Carlos auf Mallorca

Eine Woche nach dem Mordanschlag gegen zwei Polizisten auf Mallorca hat der spanische König Juan Carlos den Bewohnern der Insel seine Solidarität zum Ausdruck gebracht. Als Geste der Unterstützung empfing der Monarch am Donnerstag (6.8.) auf Mallorca den Ministerpräsidenten der Balearen, Francesc Antich, und Vertreter der Tourismuswirtschaft zu einer Audienz. Juan Carlos verbringt derzeit seinen Sommerurlaub auf der Insel. Acht Kilometer vom Feriendomizil der königlichen Familie entfernt hatten mutmaßliche ETA-Terroristen am vorigen Donnerstag zwei Polizisten bei einem Bombenanschlag getötet.

Auf Mallorca werden eine Woche nach dem Attentat kaum noch Stornierungen von Urlaubsreisen registriert. "Die Situation ist wieder völlig im grünen Bereich", sagte der balearische Tourismus- Minister Miquel Nadal der Mallorca Zeitung. An den ersten Tagen nach dem Attentat habe es etwa 150 bis 200 Stornierungen gegeben. "Im Vergleich mit der Gesamtzahl der Touristen auf Mallorca fällt das allerdings kaum ins Gewicht. Derzeit dürften rund eine Million Touristen auf Mallorca sein."

Der spanische Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia hatten am Mittwoch mit ihren kleinen Töchtern Leonor und Sofía einen Spaziergang durch die Innenstadt von Palma de Mallorca unternommen. Sie ließen sich dabei von Touristen fotografieren. Damit wollte das Prinzenpaar offensichtlich demonstrieren, dass es Mallorca auch nach dem Attentat für ein sicheres Ferienziel hält.

In Madrid nahm die Polizei derweil einen mutmaßlichen Terroristen der ETA fest, der zuletzt in Mexiko gelebt hatte und von dort abgeschoben worden war. Der 55-Jährige wurde bei seiner Ankunft auf dem Flughafen der spanischen Hauptstadt verhaftet. Mit den Terroranschlägen in der vergangenen Woche auf Mallorca und in der nordspanischen Stadt Burgos wurde er nicht in Verbindung gebracht.

An der Fahndung nach den Urhebern des Anschlags sind auf Mallorca derweilen rund 1.600 Beamten beteiligt. Es handelt sich dabei nach den Angaben der Behörden um den größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Insel. Die sogenannte Operation Käfig soll den ganzen Monat August über anhalten. Besonders strenge Sicherheitsvorkehrungen finden auf Palmas Flughafen Son Sant Joan und in den Seehäfen statt. Bei der Explosion einer Autobombe vor der Kaserne der Guardia Civil waren am Donnerstagmittag zwei Beamte getötet worden.

Nach dem neuesten Stand der Ermittlungen waren die Bomben mit Zeitzündern präpariert worden. Die Polizei schließt deshalb nicht aus, dass die Terroristen bereits vor dem Attentat die Insel wieder verlassen hatten. Doch könne es genauso gut sein, dass sie sich weiterhin in einer Wohnung versteckt hielten, sagte der Delegierte der spanischen Zentralregierung auf der Insel, Ramón Socías. Nach der Veröffentlichung von sechs Fahndungsfotos sind bei der Polizei zahlreiche Hinweise eingegangen. Ein Mann wollte eine der Terroristinnen unmittelbar vor dem Anschlag in einer nahe gelegenen Postfiliale gesehen haben.

Bei den Gesuchten handelt es sich um Itziar Moreno Martínez, Iratxe Yáñez Ortiz de Barrón, Alberto Machain Beraza, Oroitz Gurruchaga Gogorza, Joanes Larretxea Mendiola und Iván Saez de Jáuregui Ortigosa. Nur der Letztgenannte tauchte jüngst auf den Fahndungslisten der Polizei auf. Die Fahndungen konzentrieren sich auch auf ein Paar, das sich vor mehreren Tagen in Palma in eine Ferienwohnung eingemietet hatte. Die jungen Leute hätten Baskisch gesprochen und seien seit dem Tag des Attentats spurlos verschwunden, hieß es (Hinweise unter den Telefonnummern 900 100 062 sowie 900 100 092).

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