18 Prozent Mehrwertsteuer: Empörung auf Mallorca

28-09-2009  

Vor allem die Hoteliers auf Mallorca befürchten Wettbewerbsnachteile

Die Ankündigung der spanischen Zentralregierung, im kommenden Jahr die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte auf 18 Prozent zu erhöhen, hat auf Mallorca für Empörung gesorgt. "Für den Tourismussektor und die Hotelbranche wird die Entscheidung verheerende Folgen haben", sagte Bartolomé Servera, Vorsitzender der Handelsvereinigung Afedeco. Viele Unternehmer würden Verluste in Kauf nehmen müssen. Vor allem der Dienstleistungssektor werde die Folgen zu spüren bekommen, warnt Juan Cabrera, Vorsitzender der Vereinigung kleiner und mittlerer Unternehmen, Pimem.

Beim Unternehmerverband wird zudem darauf verwiesen, dass die geplante Erhöhung zum Juli 2010 Mallorca mitten in der Hauptsaison treffe. Nun müsse Druck gemacht werden, dass die höhere Mehrwertsteuer erst später komme. Scharfe Kritik kam auch vom Hoteliersverband. Die höhere Steuer werde massive Wettbewerbsnachteile für die Tourismusbranche auf Mallorca mit sich bringen.

Die Madrider Regierung beschloss am Samstag (26.9.) eine Anhebung der Standardrate von derzeit 16 auf 18 Prozent. Die ermäßigte Mehrwertsteuer für Lebensmittel, Verkehrsmittel, Wohnungen oder Freizeitangebote wird um einen Prozentpunkt auf 8 Prozent angehoben, teilte Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado mit. Die Anhebung soll zum 1. Juli 2010 in Kraft treten. Die "superermäßigte" Mehrwertsteuerrate für Grundnahrungsmittel und Bücher bleibt unverändert bei 4 Prozent.

Zusammen mit der Verabschiedung des Haushaltsentwurfs für 2010 beschloss das Kabinett des sozialistischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero zudem die Abschaffung eines erst kürzlich eingeführten Steuerfreibetrags von 400 Euro. Ferner werden die Steuern auf alle Arten von Kapitalerträgen angehoben. Madrid verspricht sich von den Steueranhebungen Mehreinnahmen von 10,95 Milliarden Euro.

Die Steuererhöhungen stießen bei den Oppositionsparteien auf einhellige Ablehnung. Die Regierung musste sich nach Presseberichten vom Sonntag vorhalten lassen, den Mittelschichten die Hauptlast bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise aufzubürden. Der Chef der konservativen Volkspartei (PP), Mariano Rajoy, meinte: "Das Vorhaben der Regierung bringt den Spaniern im nächsten Jahr mehr Arbeitslosigkeit, mehr Defizit und mehr Steuern."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte erst kürzlich eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von gegenwärtig 19 Prozent nach der Bundestagswahl ausgeschlossen. Mit diesem Prozentsatz rangiert Deutschland im europäischen Mittelfeld. Der Mehrwertsteuersatz schwankt in den 27 Staaten der EU zwischen 15 und 25 Prozent. Am höchsten ist er in den skandinavischen EU-Ländern.

In Spanien will die Regierung im Haushalt 2010 die Ausgaben um 3,9 Prozent auf 185 Milliarden Euro senken. Die Neuverschuldung werde 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen. Nach dem Stabilitätspakt der EU sind maximal 3,0 Prozent zugelassen. Die spanischen Staatsschulden werden nach Angaben der Ministerin im kommenden Jahr 62,5 Prozent des BIP betragen.

  Zeitungbibliothek

Live-Chat

Regina Lochner

Fragen Sie die Konsulin!

Wie ist das mit der 'residencia'? Wann bekomme ich auch in Palma einen neuen Personalausweis? Was ist bei Diebstahl zu tun? Wie steht es um die Beziehungen zwischen Deutschen, Mallorquinern und ihren Behörden?

Zu diesen und weiteren Fragen wird Konsulin Regina Lochner im MZ-Live-Chat Rede und Antwort stehen. Sie können sie am Donnerstag (17.5.) von 16 Uhr bis 17 Uhr online befragen.
 

  Senden Sie hier Ihre Frage!
  FOTOWETTBEWERB: Aktiv auf Mallorca

TEXTO

DESCRIPCION
 Die Galerie anschauen »






 


compara vuelos. guía de vuelos baratos
    TOP TEN
 Neu
 Meistgelesen
 Bestbewertet



mallorca

 

  LERNEN SIE UNS KENNEN:  KONTAKT |  REDAKTION |  ANZEIGEN-TEAM     WERBUNG:  TARIFE
mallorcazeitung.es gehört zur Verlagsgruppe  Editorial Prensa Ibérica
Die vollständige oder teilweise Verwendung der über dieses Medium angebotenen Inhalte ohne ausdrückliche Genehmigung der Mallorca Zeitung ist untersagt. Nach Gesetz LPI, Artikel 32,1, 2. Paragraf ist jedwede Reproduktion verboten.
 


  Aviso legal
  
  
Andere Medien der Gruppe Editorial Prensa Ibérica
Diari de Girona  | Diario de Ibiza  | Diario de Mallorca | El Diari  | Empordà  | Faro de Vigo  | Información  | La Opinión A Coruña  |  La Opinión de Granada  |  La Opinión de Málaga  | La Opinión de Murcia  | La Opinión de Tenerife  | La Opinión de Zamora  | La Provincia  |  La Nueva España  | Levante-EMV  | Regió 7  | Superdeporte  | The Adelaide Review  | 97.7 La Radio  | Blog Mis-RecetasEuroresidentes | Loteria de Navidad | Oscars | Premios Goya