Eine Reporterin und ein Fotograf der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" sind bei einer Recherche im Gesa-Gebäude in Palma de Mallorca auf eine Leiche gestoßen. Dabei handelt es sich um einen rund 25-jährigen Mann, der keine äußeren Zeichen von Verletzungen aufweist. Zu dem Fund kam es am Dienstagmittag (20.10.). Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass er an einer Überdosis Rauschgift gestorben ist.
Das Gebäude am Paseo Marítimo von Palma, das mit seiner auffälligen verspiegelten Fassade die Silhouette der Stadt prägt, steht seit fast einem Jahr leer. Der Energieversorger Gesa-Endesa hat bereits seit längerem einen neuen Firmensitz im Stadtteil Coll d'en Rabassa bezogen. Das Grundstück war an eine Tochterfirma des Bauträgers Núñez y Navarro verkauft worden. Diese wollte jedoch das Grundstück in unbebautem Zustand übernehmen. Hintergrund sind Änderungen bei den Plänen der Stadt Palma: Diese hatte zunächst vor, das Gebäude abzureißen und Luxus-Apartments zu genehmigen. Inzwischen ist das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt, auf dem Gelände soll ein Park entstehen.
Das leerstehende Gebäude dient offenbar seit längerem Obdachlosen als Schlafstätte, auch Prostituierte suchten Zuflucht. Der Zutritt war über eine zerbrochene Fensterscheibe problemlos möglich. Architekten kritisierten, dass das Gebäude sich selbst überlassen werde und warnten vor Schäden durch mangelnde Wartung.