Rund 300 Personen sind am Samstag (24.10.) in der Gemeinde Muro auf die Straße gegangen, um gegen die Anwendung des Küstengesetzes auf Mallorca zu protestieren. Die Anwohner kritisieren, dass eine Siedlung mit 150 Gebäuden an der Playa de Muro wegen ihrer Nähe zur Küste als Gebiet deklariert werden soll, in dem kein Privatbesitz möglich ist. Auf Spruchbändern kritisierten die Demonstranten die "verdeckte Enteignung" von "Ses Casetes dels Capellans". Die Teilnehmer monierten zudem, dass ein nahegelegenes Hotel ausgenommen worden sei, obwohl es genauso in Strandnähe liege.
Die Demonstration hatte die Regionalpartei Unió Mallorquina (UM) organisiert. Der Sprecher der Anwohnervereinigung, Joan Moragues, bedauerte, dass es im Vorfeld der Demonstration zu keinem Konsens unter den Politikern gekommen sei. Derzeit bereiten Privatpersonen und Institutionen Eingaben vor, die bis zum Stichtag am 5. November bei der spanischen Küstenbehörde eingereicht werden sollen. Auch der Inselrat von Mallorca will einen Entschluss fassen, in dem die Küstenbehörde zum Einlenken bewegt werden soll.
Das Küstengesetz soll spanienweit dafür sorgen, dass sich die Küste in öffentlichem Besitz befindet und frei zugänglich ist. Das Gesetz ist von 1988, war aber jahrelang nicht angewandt worden. Die Siedlung "Ses Casetes dels Capellans" war seit dem Jahr 1929 gebaut worden, die Privatbesitzer hatten sie schließlich der Gemeinde Muro überlassen.