Bauunternehmer: "Matas zahlte mit Schwarzgeld"

Laut der Aussage soll der Ex-Premier bei der Renovierung einer Luxuswohnung rund 70.000 Euro schwarz bezahlt haben

25.11.2009 | 10:44

Der frühere Ministerpräsident auf den Balearen, Jaume Matas (Volkspartei, PP), soll die Renovierung seiner Luxuswohnung in der Altstadt von Palma de Mallorca zu großen Teilen mit Schwarzgeld bezahlt haben. So gab der beauftragte Bauunternehmer Juan Serra Cladera bei seiner Aussage vor Gericht am Dienstag (24.11.) zu, rund 70.000 Euro für seine Auftragsarbeiten schwarz auf die Hand erhalten zu haben. Später sei dann zusätzlich eine offzielle Rechnung über einen Betrag von 92.000 Euro ausgestellt worden.

Die Ermittlungen waren eingeleitet worden, nachdem es beim Bau von Palmas Radsportanlage Palma Arena in Matas' Amtszeit zu Unregelmäßigkeiten gekommen war - der Bau hatte mit mehr als 100 Millionen Euro doppelt so viel wie anfangs geplant gekostet. Zahlreiche Politiker waren wegen des Verdachts der Korruption festgenommen worden. Nun soll der Ursprung des umfangreichen Besitzes von Matas und seiner Frau geklärt werden. Matas ist im März kommenden Jahres vorgeladen. Bei einer Hausdurchsuchung hatte sich die Polizei am 6. November mit Hilfe von Sachverständigen ein Bild vom Wert der Wohnung in Palma und der Einrichtung gemacht.

Aussagen musste am Dienstag zudem ein Juwelier, bei dem die Frau von Matas, Maite Areal, Einkäufe getätigt hatte. Pau Fuster sagte aus, dass Areal Markenuhren und Schmuck in seinem Laden im Wert von insgesamt rund 66.000 Euro eingekauft hatte. Alle acht Einkäufe seien in bar bezahlt worden, mit Geldscheinen unterschiedlicher Größe. Es habe sich nicht nur um 500-Euro-Scheine gehandelt.

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