Safe-Suche bei Matas an Heiligabend

Zweite Hausdurchsuchung beim früheren Balearen-Premier

28-12-2009  
Anwalt Rafael Perera musste ein weiteres Mal die Wohnung öffnen.
Anwalt Rafael Perera musste ein weiteres Mal die Wohnung öffnen. Foto: Bosch

Die Polizei auf Mallorca hat an Heiligabend ein weiteres Mal die Luxuswohnung des früheren Balearen-Premiers Jaume Matas (Volkspartei, PP) in der Altstadt von Palma de Mallorca durchsucht. Bei der Aktion, die zwischen 18 und 21 Uhr stattfand, inspizierten die Beamten die Wohnung unter anderem mit Metalldetektoren auf der Suche nach einem Safe, fanden jedoch nur einen Hohlraum, wo ein solcher offenbar installiert werden sollte. Matas, der inzwischen in den USA lebt und in den vergangenen Jahren Weihnachten stets auf Mallorca verbracht hatte, war nicht anzutreffen.

Die Polizei untersucht mutmaßliche Unregelmäßigkeiten beim Kauf der Wohnung sowie auch die Herkunft des Privatvermögens des Ex-Premiers. So soll Matas die Renovierung der Luxuswohnung zu großen Teilen mit Schwarzgeld bezahlt haben. Für den 23. März ist der Ex-Politiker vor Gericht vorgeladen. Bei einer Hausdurchsuchung hatte sich die Polizei bereits am 6. November mit Hilfe von Sachverständigen ein Bild vom Wert der Wohnung und der Einrichtung gemacht.

Die gesuchten Safes wurden von der Guardia Civil unterdessen in einer Lagerhalle in Sa Pobla gefunden, die dem für die Renovierung des Altstadtpalastes beauftragten Bauunternehmer Juan Serra gehört. Dieser hatte Ende November bei einer Aussage vor Gericht zugegeben, rund 70.000 Euro für Auftragsarbeiten in der Wohnung schwarz auf die Hand erhalten zu haben. Die Safes waren leer und offenbar erst gar nicht installiert worden.

Matas´ Anwalt kritisierte die Polizeiaktion als unangemessen. Ein weiteres Mal sei das Image seines Klienten in der Öffentlichkeit beschädigt worden, er werde behandelt wie ein Schwerverbrecher. Durch die Untersuchung des Schlafzimmers sei zudem die Privatsphäre von Matas und seiner Frau verletzt worden. Anlass für die Aktion an Heiligabend war offenbar die Aussage eines Handwerkers kurz zuvor gewesen, der ein angebliches Versteck im Einbauschrank zu Protokoll gegeben hatte. Ein solches wurde aber nicht gefunden.

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