Die Ermittlungen gegen den früheren Balearen-Premier Jaume Matas werden voraussichtlich auf die USA ausgedehnt. Nach Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" will der zuständige Untersuchungsrichter auf Mallorca die Justizbehörden in den USA um Amtshilfe bitten, um dem Verdacht der Geldwäsche nachzugehen. So wird Matas verdächtigt, zu diesem Zweck dort Immobilien erworben zu haben. Im Visier der Justiz steht eine Verwaltungsgesellschaft mit Namen "Aremas LL.C" und Sitz in Washington, dem ersten Wohnsitz von Matas nach seinem Weggang ins Ausland vor mehr als zweieinhalb Jahren.
Matas wird vom Untersuchungsrichter José Castro verdächtigt, insgesamt neun Straftaten begangen zu haben. In Folge der Untersuchung des Privatvermögens von Matas und seiner Frau Maite Areal sowie der Ermittlungen im Fall Palma Arena habe sich der Verdacht verdichtet, berichtet die Lokalpresse auf Mallorca. Zu den Delikten zählten unter anderem Amtsmissbrauch, Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder, Dokumentenfälschung, Geldwäsche, Steuerhinterziehung sowie Verstöße gegen das Wahlgesetz. Theoretisch könnten sie eine Gefängnisstrafe von bis zu 30 Jahren bedeuten, hat die Zeitung "El Mundo" ausgerechnet. Matas' Frau Areal steht im Verdacht, vier Straftaten begangen zu haben, unter anderem Beteiligung an Geldwäsche und Steuerbetrug.
Die Polizei auf Mallorca hatte an Heiligabend ein weiteres Mal die Luxuswohnung von Matas (Volkspartei, PP) in der Altstadt von Palma de Mallorca durchsucht. Bei der Aktion inspizierten die Beamten die Wohnung unter anderem mit Metalldetektoren auf der Suche nach einem Safe, fanden jedoch nur einen Hohlraum, wo ein solcher offenbar installiert werden sollte. Die Polizei untersucht mutmaßliche Unregelmäßigkeiten beim Kauf der Wohnung sowie auch die Herkunft des Privatvermögens des Ex-Premiers. So soll Matas die Renovierung der Luxuswohnung zu großen Teilen mit Schwarzgeld bezahlt haben. Für den 23. März ist der Ex-Politiker vor Gericht vorgeladen. Bei einer Hausdurchsuchung hatte sich die Polizei bereits am 6. November mit Hilfe von Sachverständigen ein Bild vom Wert der Wohnung und der Einrichtung gemacht.