Die baskische Terrororganisation ETA hat im Jahr 2001 angeblich das Flugzeug des damaligen spanischen Ministerpräsidenten José María Aznar mit Raketen abschießen wollen. Dies geht aus einer Aussage des mutmaßlichen ETA-Mitglieds Pedro María Olano in einem Polizei-Verhör hervor. Wie am Dienstag (12.1.) aus Ermittlerkreisen verlautete, gab der 49-Jährige bei einem Verhör zu Protokoll, dass er einem ETA-Kommando im spanischen Baskenland Raketen aus Frankreich geliefert habe. Der konservative Regierungschef hatte damals im Baskenland an Wahlkampfkundgebungen teilgenommen.
Die ETA soll nach der Aussage von Olano drei Versuche an verschiedenen baskischen Flughäfen unternommen haben, die Maschine Aznars abzuschießen. Die Attentate seien gescheitert, weil die Geschosse nicht funktioniert hätten, sagte der 49-Jährige nach Polizeiangaben. Olano war in der vorigen Woche im spanischen Baskenland festgenommen worden. Er steht im Verdacht, ein Verbindungsmann zwischen der ETA-Führung in Frankreich und den Terroristen in Spanien zu sein.
Aznar hatte in Spanien von 1996 bis 2004 an der Spitze einer konservativen Regierung gestanden. 1995 hatte er als Oppositionsführer ein Attentat der ETA in Madrid leicht verletzt überstanden. Die Terroristen hatten an einer Kreuzung in Madrid eine Autobombe gezündet, als der Dienstwagen Aznars vorbeifuhr. Die Panzerung des Wagens rettete dem Politiker damals das Leben. 16 Menschen wurden bei der Explosion verletzt.