Im Kampf gegen die ETA hat die Polizei unter anderem eine Frau festgenommen, die im Verdacht steht, an den Attentaten auf Mallorca im Sommer vergangenen Jahres beteiligt gewesen zu sein. Bei der am Sonntag (10.1.) in Portugal gefassten Frau handelt sich um Iratxe Yáñez Ortiz de Barrón, ihr Bild war auf einer Liste mit Fahndungsfotos veröffentlicht worden, nachdem die Terroristen im Juli in Palmanova zwei Polizisten mit einer Autobombe getötet hatten. Insgesamt nahmen die Sicherheitskräfte vier mutmaßliche Mitglieder der baskischen Terrororganisation fest und stellten einen mit Sprengstoff beladenen Lieferwagen sicher.
In Westspanien hatte eine Polizeistreife in der Nacht zum Sonntag in der Nähe von Zamora einen verdächtigen Lieferwagen mit französischem Kennzeichen gestoppt. Als die Beamten feststellten, dass das Fahrzeug mit Sprengstoff vollgepackt war, stieß der Fahrer die Polizisten zur Seite und flüchtete im Streifenwagen über die Grenze ins benachbarte Portugal. Dort wurde das mutmaßliche ETA-Mitglied wenig später festgenommen. Die portugiesische Polizei machte auch Iratxe Yáñez dingfest, die mutmaßliche Komplizin des Mannes, die dem Lieferwagen mit einem Begleit-Auto vorausgefahren war.
Zuvor waren in Zentralfrankreich bei Clermont-Ferrand zwei mutmaßliche ETA-Mitglieder der Polizei ins Netz gegangen. Der Mann und die Frau waren vom spanischen Innenministerium zu den meistgesuchten Mitgliedern der Separatistenorganisation gezählt worden. Das Paar wurde festgenommen, als es in einem Waldgebiet ein Waffen- und Geldversteck aufsuchen wollte, das von Beamten der spanischen Polizei observiert worden war.
Die spanische Regierung hatte Ende vergangenen Jahres vor neuen Terror-Aktionen der ETA gewarnt. Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba betonte damals, die ETA wolle mit einem spektakulären Terroranschlag Stärke zeigen. Die Ermittler wiesen am Sonntag jedoch darauf hin, dass die in Westspanien sichergestellte Sprengstoff- Ladung nicht für einen unmittelbar bevorstehenden Anschlag vorgesehen gewesen sei. Der Lieferwagen sei nicht als Autobombe präpariert gewesen. Zudem habe er sich auf der Fahrt nach Portugal befunden.