Nach der anfänglichen Aufregung auf Mallorca um die Schweinegrippe haben sich die von der balearischen Landesregierung erworbenen Impfstoffe als Ladenhüter erwiesen. So sind in den vergangenen zwei Monaten nur rund 38.000 Personen auf den Balearen zur Impfung angetreten. Die Risikogruppe war jedoch auf 190.000 Personen geschätzt worden. Der Kauf der Impfstoffe hat die Landesregierung insgesamt 1,5 Millionen Euro gekostet. Auch für 243.000 erworbene Atemschutzmasken hat sich größtenteils keine Verwendung gefunden.
Was nun mit dem nicht benötigten Impfmaterial passiert, müsse die Zentralregierung in Madrid entscheiden, heißt es im balearischen Gesundheitsministerium. So könnten beispielsweise die Auflagen für die Bestimmung der Risikogruppe aufgehoben werden, so dass sich jeder impfen lassen könnte. Selbst bei den Angestellten im Gesundheitsbereich hat sich nur eine Minderheit für eine Impfung entschieden. Erklärt wird dies zum einen damit, dass die Schweinegrippe-Epidemie letztendlich schwächer ausgefallen sei als erwartet und die Impfung zudem keinen huntertprozentigen Schutz biete.
Zuletzt waren auf Mallorca ein dreijähriges Kind und ein 23-Jähriger an der Schweinegrippe gestorben, sie waren das fünfte und sechste Todesopfer. Der Junge starb im Krankenhaus Son Dureta in Palma. Nach Angaben der Krankenhausleitung war er an Leukämie erkrankt, was zu einem besonders schweren Verlauf der Infektion beigetragen habe. Der junge Mann starb in einer Privatklinik, auch bei ihm habe es sich um einen Risikopatienten gehandelt.
Impfungen gegen die Schweinegrippe werden auf Mallorca seit dem 16. November verabreicht. Den Gesundheitszentren wurden insgesamt 215.000 Dosen geliefert. Termine können vereinbart werden unter der Telefonnummer 902- 079 079 (montags bis samstags 7 bis 21 Uhr).