In den Verhandlungen um eine Selbstverwaltung des Flughafens Son Sant Joan auf Mallorca hält die Madrider Zentralregierung die Landesregierung auf den Balearen weiter hin. Zwar sagte der spanische Infrastrukturminister José Blanco am Dienstag (12.1.) zu, die Besonderheiten der Insel bei der Reform der spanischen Flughafenverwaltung Aena zu berücksichtigen. Unklar blieb aber weiterhin, wann und in welcher Form Institutionen auf Mallorca beim Management von Son Sant Joan mitreden werden dürfen. Während die Landesregierung eingenständig über den Airport entscheiden will, wird von Madrid bislang nur ein Verwaltungsrat erwogen, in dem die Zentralregierung weiterhin die Mehrheit der Stimmen inne hätte.
Mit einem Gewinn von 37,8 Millionen Euro im vergangenen Jahr erwies sich Son Sant Joan hinter Alicante als der zweitrentabelste der 48 von Aena verwalteten Flughäfen. Insgesamt fuhr die spanische Flughafenverwaltung einen Verlust von 424 Millionen Euro ein.
Vertreter von Politik und Wirtschaft auf Mallorca fordern seit Jahren mehr Mitbestimmung bei der Verwaltung des Flughafens, der bislang zentral von Madrid verwaltet wird. Verwiesen wird auf die Besonderheiten der Insellage, die Rentabilität sowie die touristische Ausrichtung des Airports. Ziel ist es, eigenständig über die Ausrichtung des Flughafens entscheiden zu können und so zum Beispiel auch bei bestimmten transatlantischen Routen mit den Flughäfen von Madrid und Barcelona in Wettbewerb zu treten.