„Botox-Gesichter finde ich schrecklich"

Sybille Mang (51) ist die Frau von Deutschlands bekanntestem Schönheitschirurgen. Ein Gespräch über Äußerlichkeiten

04.02.2010 | 02:00
Sybille Mang auf der Schnellfähre von Barcelona nach Mallorca.
Sybille Mang auf der Schnellfähre von Barcelona nach Mallorca.

Ihr Mann ist berühmt: Auf Mallorca praktiziert Prof. Dr. Werner Mang (60) im Facharztzentrum Paguera. Sybille Mang ist nicht nur die Frau an seiner Seite, sondern Geschäftsführerin der Bodenseeklinik. Sie leitet außerdem eine Galerie in Lindau. Mit der MZ sprach sie über den Druck für Frauen, schön zu sein. Sie erzählt, was sie selbst für ihr Aussehen tut und warum es Wichtigeres gibt …

Wie wichtig war das Thema Aussehen für Sie, bevor Sie Ihren Mann kennenlernten?

Es hat mich nicht sonderlich interessiert. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade einmal 17 Jahre jung. Obwohl mein Mann wohl einer der bekanntesten Schönheitschirurgen ist, spielt das Thema auch zu Hause keine Rolle.

Steht man als Frau eines Schönheitschirurgen unter besonderem Druck, gut aussehen zu müssen?
Andere Frauen von Schönheitschirurgen scheinen mir extrem unter Druck zu stehen und lassen sich ständig irgendetwas operieren. Ich fühle da keinen Druck. Mein Mann sagt immer, dass er mich so liebt, wie ich bin. Ich ändere nur das, was mich selbst an mir stört. Das war bisher ein kleiner Bauch nach den Geburten und etwas ´Speck´ auf den Hüften. Das Fett habe ich absaugen lassen.

Ist gutes Aussehen für Frauen wichtiger als für Männer?
Es scheint mir wichtig für die Frauen oder jungen Mädchen, die sich von ihrem Aussehen versprechen, einen möglichst erfolgreichen und vor allem finanziell ´potenten´ Mann kennenzulernen. Natürlich hat man als Frau bessere Chancen bei Männern, wenn das Aussehen dem ´Schönheitsideal´ entspricht. Im harten Geschäftsleben zählt dennoch Ausbildung, Können und Kompetenz – auch als Frau!

Wie wichtig ist Ihnen Ihre Arbeit?
Ich bin nicht der Typ Frau, der ständig einkaufen geht oder sich zum Mittagessen mit anderen Frauen verabredet. Ab und zu ist das okay, aber ich arbeite gerne. Es macht mir Spaß und hält mich jung! Nichtstun wäre mir zu langweilig.

Was tun Sie für Ihr Aussehen?
Gar nichts Besonderes. Ich benutze dem Alter entsprechende reichhaltige Cremes, ganz selten eine Gesichtsmaske. Eigentlich hätte ich die Möglichkeit, mich ständig in unserer Beauty-Abteilung der Bodenseeklinik verwöhnen zu lassen. Aber ob Sie es glauben oder nicht – ich nehme die Möglichkeit einer Gesichtsbehandlung höchstens alle drei Monate einmal wahr. Für sehr wichtig halte ich es, dass man sich täglich, egal wie müde man abends ist, gründlich abschminkt.

Was ist mit Sport?
Mache ich ehrlich gesagt kaum! Außer Skifahren im Winter.

Sind Sie immer perfekt gestylt?
Perfekt nicht unbedingt, aber ich verlasse das Haus nie ungeschminkt: etwas getönte Tagescreme, Wimperntusche, Lippenstift. Dazu Jeans, weiße Blusen, ein Sakko – fertig. Das ist meine Arbeitsuniform. Für langes Stylen habe ich keine Geduld. Wenn ich abends ausgehe, gebe ich mir mehr Mühe.

Haben Sie Angst vor dem Älterwerden?
Angst nicht. Aber ich gebe zu, dass ich mir vorstellen könnte – falls es nötig wird – ein Minilifting machen zu lassen. Noch ´hängt´ zum Glück nichts! Früher hätte ich es nicht gedacht, aber heute zählt für mich eigentlich nur Gesundheit. Das ist das Einzige, das sich keiner auf dieser Welt kaufen kann, und deshalb das höchste Gut. 

Schönheit durch Chirurgie –  wo liegen für Sie die Grenzen?
Akzeptabel finde ich zum Beispiel ein Minilifting, Oberlidkorrektur, Nasenkorrektur bei Höckernasen, Ohranlegungen, Liposuktionen oder Brust-Operationen, wenn der Busen deformiert ist. Große Brustimplantate lehne ich total ab. Auch aufgespritzte Lippen und diese glatten Botox-Gesichter finde ich schrecklich.

Haben Sie nie Botox ausprobiert?
Doch, einmal heimlich! Mein Mann war dagegen. Aber ich werde es nicht wiederholen. Für mich ist es wichtig, dass die Operationsergebnisse natürlich wirken. Ich habe einige Falten auf der Stirn und um die Augen – dazu stehe ich.

Seit wann kommen Sie nach Mallorca?
Seit rund 20 Jahren. Wir haben meist unsere Oster- und Pfingstferien mit den Kindern in einem Hotel in Son Vida verbracht. Mein Mann arbeitete auch damals schon auf Mallorca. Beim Golfspielen hat Dieter Bohlen ihm seine Wohnung angeboten. In Traumlage direkt am Meer in Camp de Mar, klein und total gemütlich. Wir haben uns sofort in sie verliebt. Seit sechs Jahren sind wir nun dort.

In der Printausgabe vom 4. Februar (Nummer 509) lesen Sie außerdem:
- Der gelungene Einstand des Pfarrers Peter Wehr
- Gute Sache: Musikmarathon „Bach für Haiti"
- Auf eine Ensaimada mit Ewald Rehberger

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