Mallorca-Rundfahrt beginnt

Interview mit Down-Under-Sieger André Greipel, der für das Team Columbia (ehemals Team Mobile) an den Start geht

04.02.2010 | 02:00
André Greipel während der Tour Down Under in Australien.
André Greipel während der Tour Down Under in Australien.

André Greipel (27) tritt als frischgebackener UCI-Weltrang­listenerster bei der diesjährigen Mallorca-Rundfahrt an (7. bis 11. 2.). Ende Januar gewann der Rostocker zum zweiten Mal nach 2008 die Australien-Rundfahrt. Greipel fährt für das Team Columbia, den Nachfolger des deutschen Rennstalls Team Mobile. 

Herr Greipel, Sie bereiten sich in Deutschland auf die
Mallorca-Rundfahrt vor. Wie machen Sie das bei Schnee und Eis?

Ich sitze hier und warte auf besseres Wetter. Nein, Spaß beiseite. Ich bin gerade erst aus Australien zurückgekehrt und brauche nach der Tour Down Under jetzt nicht so viel zu trainieren, sondern muss erst einmal regenerieren.

Sie sind ein Sprinter. Ist Ihnen Mallorca nicht zu bergig?
Keine Sorge. Ich werde nicht an jedem Hügel abgehängt. Ich versuche, mich am Berg zu verbessern und auf den flachen Etappen vorne mit dabei zu sein. Ich kenne die Insel ja gut, sie ist wie meine zweite Heimat.

Ihr Zimmerkollege Vicente Reynés ist Mallorquiner und spricht sehr gut Deutsch. Sie haben also einen persönlichen Inselführer.
So kann man das nennen. Wir trainieren sehr häufig gemeinsam auf Mallorca. Meistens sprechen wir aber Englisch. 

Sie haben gerade die Tour Down Under für sich entschieden. Stehen Sie jetzt unter Erfolgsdruck?
Der Sieg motiviert mich. Er war eine Bestätigung dafür, dass ich in der Vergangenheit alles richtig gemacht habe. Erfolgsdruck ist immer da. Daran muss man sich als Radfahrer gewöhnen. Als Team Columbia werden wir natürlich besonders beäugt.

Columbia ist das Nachfolgeteam von Team Mobile. Beschleicht Sie manchmal Wehmut?
Unser Team hat eine ganz andere Struktur. Das hat eigentlich nichts mehr mit Team Mobile zu tun.

Was läuft unter amerikanischer Führung anders?
Die Mannschaft wird sehr stark von unserem Manager Bob Stapleton geprägt, der immer das Beste aus den Fahrern herausholen möchte. Material, Fitnesstrainer müssen immer stimmen. Stapleton überlässt nie etwas dem Zufall. Dieser Perfektionismus hat sich auch auf die Fahrer übertragen.

Sie haben Ihrem Sprinter-­Kollegen Marc Cavendish empfohlen, zum Team Sky zu wechseln. Wie wirkt sich das auf die Stimmung aus?
Ich habe nicht gesagt, dass er das Team wechseln soll, sondern nur, dass einer von uns gehen muss, wenn wir mal gegeneinander antreten wollen. Das ist doch legitim. In der Presse wurde das anders ausgelegt, als ich es gesagt habe.

Sie stammen wie Jan Ullrich aus Rostock, hatten sogar zeitweilig den gleichen Trainer. Gibt es sonst noch Gemeinsamkeiten?
Nein, eigentlich überhaupt nicht. Ich habe auch noch nie Kontakt zu ihm gehabt. Er ist ja ein bisschen älter als ich und gehört einer anderen Generation von Radfahrern an.

War er ein Vorbild für Sie?

Nein, mein Vorbild war immer Olaf Ludwig. 

Was haben Sie sich für die Challenge vorgenommen?
Ich habe mir fest vorgenommen, auf Mallorca zumindest eine Etappe zu gewinnen.

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