Meeresspiegel vor 81.000 Jahren höher als heute

Eine brisante Studie von Forschern der Balearen-Universität stellt gängige Theorien zum Klimawandel in Frage

18.02.2010 | 02:00
Forscher fanden heraus, dass der Meeresspiegel auf Mallorca früher sogar höher als heute war.
Forscher fanden heraus, dass der Meeresspiegel auf Mallorca früher sogar höher als heute war.

Wissenschaftler der Balearen-Universität (UIB) haben es mit einer aufsehenerregenden Studie ins weltweit renommierteste Fachblatt für Naturwissenschaft „Science" geschafft: Die Forscher um den Geologen Joan Fornós fanden heraus, dass der Meeresspiegel auf Mallorca vor 81.000 Jahren um eineinhalb Meter höher lag als heute. Für ihre Forschungen waren die Wissenschaftler in der Unterwelt der Insel unterwegs. In den Höhlen Cova de Cala Varques, Cova del Dimoni und Cala Falcó im Südosten der Insel sowie in der Cova de Vallgornera bei Cala Pi untersuchten sie Mineralablagerungen wie Stalagmiten und Stalaktiten und rekonstruierten damit die Entwicklung des Meeresspiegel nach. Die Höhlen auf Mallorca waren im Laufe der Erdentwicklung mal mit Meerwasser gefüllt, mal frei. Dabei wurden charakteristische Spuren hinterlassen.

Die Studie ist deswegen so brisant, weil sie auch gängige Theorien zum Klimawandel ins Wackeln bringt. Falls die Wissenschaftler recht haben, würde dies bedeuten, dass die Vergletscherung der Erde vor 81.000 Jahren ähnlich niedrig wie heute war, obwohl damals bedeutend weniger klimaschädliches CO2-Gas im Umlauf war. Fornós wiegelt allerdings ab. „Der Klimawandel wird von vielen Faktoren verursacht, nicht nur einfach durch Kohlendioxid. Das kann man nicht so vereinfachen", sagte er der Mallorca Zeitung. Die Ergebnisse der Studie, an der die Forscher seit vier Jahren arbeiteten, seien aber verlässlich und würden nicht nur lokale Bedeutung haben, sondern auch Rückschlüsse auf die Pegel weltweit zulassen. Denn Mallorca sei ein tektonisch stabiles Gebiet. Fornós arbeitete an dem Projekt gemeinsam mit den Brüdern Joaquin und Àngel Ginés sowie weiteren Kollegen von Universitäten in Iowa, Florida und Rom.

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