Staatlich garantierte Hausverlosung

Wieder ist eine Immobilienlotterie gescheitert. Trotzdem will es ein Deutscher noch mal wissen

05-02-2010  
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Der 66-jährige Peter Boddenberg vor seiner Villa, die er spanienweit verlost
Der 66-jährige Peter Boddenberg vor seiner Villa, die er spanienweit verlost Guillem Bosch

VON MARTIN ROLSHOVEN UND MIGUEL MANSO Neuer Anlauf in Sachen Immobilienverlosung: Trotz mehrerer gescheiterter Versuche, auf diese Art und Weise Ladenhüter auf den Markt zu werfen, will es ein deutscher Mallorca-Resident noch einmal wissen. Der 66-jährige Peter Boddenberg hat alle staatlichen wie juristischen Hürden genommen und will bis zum 18. Januar 2011 seine möblierte Villa in Cala Murada verlosen. Unterdessen scheiterte just diese Woche eine weitere Verlosung auf der Insel.

Um seine 218-Quadratmeter-Immobilie zu vermarkten, nutzt Boddenberg ausschließlich das Internet (www.gewinnechalet.eu). 99 Euro kostet das Los, bei 11.000 verkauften Losen macht das einen Umsatz von knapp 1,1 Millionen Euro. Von den Erlösen aus der Verlosung müsse er Genehmigungsgebühren und Steuern sowie Notar-, Anwalts- und Werbekosten bezahlen. 163.350 Euro seien schon an das spanische Finanzamt überwiesen worden. Zudem habe er sich verpflichtet, 10.000 Euro an die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen zu spenden.

Am Ende würden Kosten in Höhe von 379.000 Euro anfallen. Verkauft Boddenberg alle Lose, blieben ihm 710.150 Euro. Klappt das, habe er den geschätzten Wert seiner Villa von 710.000 Euro wieder drin. Mit dem Geld möchte er für sich und seine Frau eine kleinere Wohnung in Portocolom oder Cala Murada mieten, wo sie seit 2003 leben.
So weit die Rechenspiele. Bemerkenswert an dem Vorstoß von Boddenberg ist, dass er ganz legal spanienweit Lose verkaufen darf – bei vorherigen Verlosungen war das nicht der Fall.

Entweder die Organisatoren umgingen von vorneherein das spanische Recht. Etwa, indem sie den Firmensitz nach Österreich, Italien oder Zypern verlegten, wo die Auflagen lascher sind. Oder aber die Rechte für die Verlosung waren auf die Balearen beschränkt. So endete am Montag (1.2.) die Verlosung einer 87-Quadratmeter-Wohnung in Palmas Stadtteil Campanet ohne Gewinner. Grund: Das gezogene Los war nicht ver­kauft worden. Eine schlechte Nachricht für die Losbesitzer, aber nicht unbedingt für den Ausrichter Taylar Baleares. Die von der Balearen-Regierung beaufsichtigte Verlosung wird nicht wiederholt und die Einnahmen verbleiben beim Unternehmen. „Wir haben aber nicht einmal die Hälfte der 15.999 Lose verkauft", sagt Rosa García von Taylar Baleares. Die Lose kosteten 23 Euro, das Unternehmen hatte die Aktion Anfang August gestartet.

Boddenberg versichert, dass dies bei ihm nicht passieren könne. „Wir vergeben die Losnummern in aufsteigender Reihenfolge. Es können am Ende also nur Lose gezogen werden, die vorher auch verkauft worden sind."
Boddenbergs Villa ist nicht die einzige Immobilie auf Mallorca, die derzeit verlost wird. So bietet Peter Brucha eine 120-Quadratmeter-Finca in Cala Millor an. Im Namen des im mittelamerikanischen Belize ansässigen Firmenkonglomerats QUAEVS, gibt er 8.999 Lose zu einem Stückpreis von 65 Euro aus. Zum aktuellen Stand der Verlosung werden keine Auskünfte erteilt. Ein Geheimnis bleibt auch, wann sie endet. „Ziehungstermin verschoben", heißt es in roten Lettern auf der Internetseite (www.chaletlotto.net). Ein neuer Termin werde den Teilnehmern per Newsletter oder via Internet mitgeteilt.

Zwei weitere Immobilienverloser aus Artà und Cala d´Or brachen 2009 die angekündigten Verlosungen eines Restaurants und einer Finca angesichts der hohen Anforderungen vorzeitig ab.

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