Die Inspektoren der balearischen Landesregierung wollen in diesem Jahr stärker Beschäftigungsverhältnisse von Mitarbeitern in Gastronomie und Einzelhandel auf Mallorca unter die Lupe nehmen. Man habe festgestellt, dass viele bislang im Bausektor beschäftigte illegale Arbeitskräfte in diese Branchen gewechselt seien, heißt es im Arbeitsministerium. Geplant sind insgesamt 1.600 Kontrollen im Bereich Gastronomie und Hotellerie sowie weitere 500 im Einzelhandel und 230 in Industriebetrieben. Im Bausektor konzentriere sich der Großteil der Schwarzarbeit inzwischen auf Aufträge in Privathäusern, was schwer zu kontrollieren sei.
Auch die spanische Regierung will Steuersündern an den Kragen. Das Kabinett beschloss am Freitag (5.3.) einen 60-Punkte-Plan, mit dem Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft stärker verfolgt werden sollen. So soll etwa der Datenaustausch zwischen den Finanzämtern und der Sozialversicherung ausgebaut werden. In den kommenden vier Jahren rechnet die sozialistische Regierung dadurch mit zusätzlichen Einnahmen von rund einer Milliarde Euro.
"Der Kampf gegen den Steuerbetrug ist immer wichtig, aber zu Krisenzeiten wie jetzt umso mehr", sagte Wirtschafts- und Finanzministerin Elena Salgado. Schätzungen zufolge entsprechen die Steuerausfälle durch Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit etwa einem Fünftel des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Im Kampf gegen die Krise hat Madrid bereits Maßnahmen wie ein 50 Milliarden Euro schweres Sparpaket und die Erhöhung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre beschlossen. Spanien, das weiterhin in der Rezession steckt, erwartet dieses Jahr eine Neuverschuldung von 9,8 Prozent des BIP. Bis 2013 will das Land das Defizit auf die in der EU zulässigen drei Prozent verringert haben.