Im endlosen Streit um den Abriss der Bauruinen von Ses Covetes am Naturstrand Es Trenc an der Südküste von Mallorca hat der Bauträger nun Zahlen auf den Tisch gelegt. So verlangt die Firma von der Gemeinde Campos 27 Millionen Euro Entschädigung für den Baustopp im Fall der 69 geplanten Apartments. Im Rathaus will man das eingegangene Dokument nun erst einmal genau prüfen und an Inselrat sowie Landesregierung weiterreichen.
Der von der Gemeinde Campos genehmigte Bau der Apartmentsiedlung war Ende der 1990er Jahre nach Anzeigen von Umweltschützern gerichtlich gestoppt worden. Doch da die Gemeinde in Revision ging, steht eine endgültige gerichtliche Entscheidung noch immer aus. Inzwischen hat zwar ein Mitte-Links-Bündnis die Gemeinderegierung der Volkspartei in Campos abgelöst, doch unklar ist, wer für die Entschädigungszahlungen und für die auf mehr als eine Million Euro geschätzten Abrisskosten aufkommen soll.
Der Gemeinderat für Bauwesen in Campos, Guillem Ginard (Unió Mallorquina, UM) stellte klar, dass die Summe die Finanzkraft des Rathauses bei weitem übersteige. "Wir haben das Geld nicht, wir würden uns auf Generationen verschulden", so Ginard gegenüber der Zeitung "Ultima Hora". Er verwies auf die Vorgängerregierung der PP, die nun Lösungsvorschläge präsentieren müsse. Die Gemeinde hat nun ein halbes Jahr Zeit für eine Antwort auf die Entschädigungsforderungen des Bauträgers.