Die frühere Präsidentin von Balearen-Parlament und Inselrat auf Mallorca, Maria Antònia Munar, soll insgesamt 5 Millionen Euro in ihrer Zeit an der Spitze des Inselrats zwischen 2000 und 2007 veruntreut haben. Das geht aus dem Bericht des Untersuchungsrichters hervor. Der langjährigen Vorsitzenden der Regionalpartei Unió Mallorquina (UM) werden insgesamt sieben Delikte zur Last gelegt, die ihr eine langjährige Haftstrafe einbringen könnten. Um eine Einweisung in Untersuchungshaft zu vermeiden, muss sie eine Kaution in Höhe von 350.000 Euro zahlen, wie das Gericht nach ihrer Vorladung am Mittwochmorgen (17.3.) entschied. Zudem wird auch Munars Personalausweis eingezogen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Kaution von 450.000 Euro gefordert.
In ihrer mehrstündigen Aussage vor dem Untersuchungsrichter in Palma am Mittwoch bestritt die frühere Politikerin alle gegen sie erhobenen Vorwürfe der Korruption im Fall "Maquillaje" (Schminke). So hatte sie Miquel Nadal, zurückgetretener Tourismusminister, mit der Aussage belastet, sie habe mittels eines Strohmannes Anteile der Fernsehproduktionsfirma Video U gekauft. Auf diese Weise sollte laut den Vorwürfen in der vergangenen Legislaturperiode das Mallorca-Fernsehen kontrolliert werden. Zudem besteht der Verdacht, dass Gelder aus der Kasse des Inselrats in Höhe von 4 Millionen Euro in die Taschen befreundeter Unternehmer gewirtschaftet wurden. Munar bestritt zudem, dass sie im Jahr 2004 Bargeld in Höhe von 300.000 Euro an Nadal übergeben habe, damit dieser den Kauf der Anteile an Video U in die Wege leite. Die Vernehmung dauerte insgesamt mehr als vier Stunden.
Munar war Ende Februrar von ihrem Amt als Parlamentspräsidentin zurückgetreten, nachdem Nadal sie belastet hatte. Die Politikerin bestimmte als Vorsitzende der UM und als langjährige Präsidentin des Inselrats jahrelang maßgeblich die Politik auf Mallorca.