Nach dem mehrtägigen Ausfall von Mallorca-Flügen in Folge der Aschewolke will die balearische Landesregierung mit einer Marketing-Kampagne gegensteuern. Das hat die balearische Tourismusministerin Joana Barceló nach einem Krisengespräch am Dienstag (20.4.) mit Wirtschaftsvertretern angekündigt. Geplant seien PR-Projekte in Deutschland und Großbritannien, um zu erfahren, wie Urlauber in den beiden Ländern über das Flugchaos und die Folgen denken, sowie Sorgen der Touristen zu zerstreuen. Dieses Projekt sei langfristig angelegt und nicht nur eine Krisenmaßnahme. Barceló drückte ihre Hoffnung aus, dass die Tourismussaison auf Mallorca keinen Schaden nimmt. Für eine Bezifferung der Schäden sei es noch zu früh.
In der Tourismusbranche auf Mallorca herrscht nach dem mehrtägigen Ausfall der Mallorca-Flüge große Besorgnis. So stornierten Urlauber, die in diesen Tagen einen Urlaub auf der Insel geplant hatten, reihenweise ihre Flugreisen. Viele Hoteliers hätten deswegen beschlossen, ihre Häuser nicht wie geplant Mitte April zu öffnen, sondern erst später, heißt es bei Mallorcas Hoteliersvereinigung. Besonders zahlreich seien die Stornierungen im deutschen und britischen Markt. Die Folgen des Vulkanausbruchs brächten die wirtschaftliche Erholung ernsthaft in Gefahr, sagte Antoni Horrach, Vorsitzender der Hoteliersvereinigung.
Zu spüren bekommt die Insel-Wirtschaft insbesondere die Absage von zahlreichen geplanten Verantaltungen, darunter Tagungen, Sport-Events oder auch Hochzeiten. Der finanzielle Schaden sei noch nicht zu beziffern, sagte der Vorsitzende von Mallorcas Handelskammer, Joan Gual. Die Insel sei in höchstem Maße von der Anbindung durch den Flugverkehr abhängig. Seit der Krise in Folge der Terroranschläge vom 11. September habe man nicht mehr eine so schwere Krise durchlebt, sagte zudem Josep Oliver, Vorsitzender des balearischen Unternehmerverbands. Die Tourismusbranche auf der Insel werde in jedem Fall mindestens mehrere Tage brauchen, um wieder in die Gänge zu kommen.
Besonders hoch fällt der finanzielle Schaden bei den Flugunternehmen aus. Die derzeitige Krise habe schwerwiegendere Folgen als die Terroranschläge vom 11. September, sagte Álvaro Middelmann, Spanien-Chef von Air Berlin. Angesichts der gravierenden Auswirkungen der Flugausfälle auf die Inselwirtschaft hat die Landesregierung unterdessen Wirtschaftsvertreter zu einem Krisengespräch geladen.