Die Balearen sind auf dem besten Weg, zur höchstverschuldeten Region Spaniens zu werden. Mit Gesamtschulden der öffentlichen Hand in Höhe von voraussichtlich 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2010 belegen die Inseln bereits Platz zwei hinter der Region Valencia. Die Schuldenlast entspricht 13,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Balearen. In Valencia beträgt sie 14,1 Prozent.
Laut Balearen-Premier Francesc Antich (PSOE) sei der hohe Schuldenstand ein Ergebnis der Krise und den dadurch zurückgegangenen Steuereinnahmen und notwendig gewordenen Investitionen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Darüber hinaus hätten die Mehrkosten beim Bau der Palma Arena und der U-Bahn die Regierung in Schwierigkeiten gebracht. Allein während der Zeit der konservativen Vorgängerregierung unter Premierminister Jaume Matas (2003-2007) stieg die Schuldensumme auf das Doppelte – die Landesregierung investierte in öffentliche Bauprojekte und schuf zahlreiche neue öffentliche Firmen. Im Zuge der Wirtschaftskrise brachen dann wichtige Einnahmen weg.
Die jetzige Mitte-Links-Regierung hat zwar einen Sparkurs eingeleitet. Die Ausgaben wurden im Haushaltsplan um 14,6 Prozent zurückgefahren. Wirtschaftsminister Carles Manera (PSOE) argumentiert jedoch, dass es das falsche Signal sei, in wirtschaftlich schwachen Zeiten die öffentlichen Investitionen weiter zurückzunehmen.