Aschewolke: Insel-Unternehmer kritisieren Flugverbote

22 Mallorca-Flüge am Montag abgesagt

26-05-2010  

Nach erneuten Behinderungen des Flugverkehrs durch Vulkanasche aus Island haben auf Mallorca Vertreter der balearischen Landesregierung und Insel-Unternehmer die Europäische Flugsicherheitsorganisation Eurocontrol zu "maximaler Verantwortung" aufgefordert. Natürlich müsse die Sicherheit an erster Stelle stehen, so die balearische Tourismusministerin Joana Barceló (PSOE). Doch es müsse auch versucht werden, die Auswirkungen auf die Tourismusbranche so weit wie möglich zu mildern. Im Gegensatz zum tagelangen Flugverbot im April habe Eurocontrol inzwischen das Krisenmanagement verbessert. Verbote müssten fundiert sein, kritisierte zudem Josep Oliver, Vorsitzender des balearischen Unternehmerverbands Caeb, exzessive Flugverbote seien fehl am Platz. "Die Flugverbindungen sind unsere Autobahnen, und die Restriktionen treffen unsere wichtigsten Quellmärkte."

Am Montag (17.5.) mussten 22 Mallorca-Flüge auf dem Flughafen von Mallorca abgesagt werden. Betroffen waren Verbindungen mit Airports in Großbritannien und Island. In der Nacht zum Montag waren die beiden größten britischen Flughäfen, Heathrow und Gatwick, geschlossen worden. Ebenso wie die gesperrten Airports in den Niederlanden, Amsterdam-Schiphol und Rotterdam The Hague, wurden sie am Vormittag wieder für den Flugverkehr freigegeben, teilten die zuständigen Behörden mit. Der deutsche Luftraum blieb von der Aschewolke vorerst verschont.

Die umstrittenen kontrollierten Sichtflüge, mit denen die Fluggesellschaften ihre Maschinen nach dem Vulkanausbruch wiederholt in den gesperrten Luftraum gebracht hatten, will Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer unterdessen abschaffen. Die Gesetzeslücke solle geschlossen werden. Die britischen Behörden wollen neue Grenzwerte für Vulkanasche in der Luft festlegen und damit für weniger Einschränkungen im Flugverkehr sorgen. Von Dienstagmittag an sollen Maschinen auch bei einer höheren Asche-Konzentration in der Luft fliegen können, wenn sie bestimmte technische Vorgaben erfüllen, teilte die Luftfahrtbehörde CAA am Montagabend mit.

In den vergangenen Tagen hatten sich mehrere Fluggesellschaften, die massive Verluste verkraften müssen – darunter Ryanair, Virgin Atlantic und British Airways – beschwert, einige Sperrungen von Flughäfen wegen der Asche seien unbegründet. Der Präsident von Virgin Atlantic, Richard Branson, nannte die Schließung von Manchester "einen Witz". Ein Sprecher von British Airways sagte, die Fluggesellschaften sollten selbst entscheiden dürfen, ob sie fliegen oder nicht. Der derzeitige Ansatz sei "zu restriktiv".

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