Nach anfänglichen Unschuldsbeteuerungen hat der auf Mallorca festgenommene Alejandro de Abarca Barnet den Mord an der 25-jährigen Rumänin Ana Niculai gestanden. Wie er am Dienstag und Mittwoch (27. und 28. 7.) gegenüber der Polizei aussagte, wollte er sich Drogen besorgen und dafür ein Auto stehlen. Deswegen habe er der Rumänin aufgelauert, als sie in einer Tiefgarage der Innenstadt aus ihrem Audi stieg, sie überwältigt und gefesselt. Er habe sie nicht töten wollen, habe aber Angst gehabt, dass sie ihn an die Polizei verrate. Nach dem Kauf von Heroin im Drogenviertel Son Banya sei er mit ihr Richtung Muro gefahren. Dort auf der Landstraße habe er dem Opfer schließlich eine tödliche Dosis Heroin gespritzt.
Nach einwöchiger Fahndung hatte die Guardia Civil am vergangenen Montag (26.7.) den mutmaßlichen Mörder von Ana Niculai gefasst. Ihre gefesselte und verkohlte Leiche war am 19. Juli im Kofferraum eines ausgebrannten Autos auf einer Landstraße in der Nähe von Muro gefunden worden. Abarca war nach einem Hafturlaub nicht in das Gefängnis von Palma zurückgekehrt.
Die Vernehmung des Festgenommenen wurde auch am Mittwoch fortgesetzt. Die Angehörigen von Ana Niculai lobten unterdessen die Arbeit der Polizeikräfte, übten aber deutliche Kritik am spanischen Strafrecht. Es sei nicht nachvollziehbar, dass einem offensichtlich gefährlichen Häftling wie Abarca gegen Ende seiner Haftzeit Freigang gewährt werde. Abarca war schon im November 2009 einmal nicht rechtzeitig ins Gefängnis zurückgekehrt. Eingesessen war er schon mehrfach wegen Raubüberfällen und auch wegen eines Sexualdelikts.
Niculai war am Montagmorgen mit dem Audi A4 ihres Freundes von einer Siedlung der Gemeinde Llucmajor nach Palma gefahren. Zu diesem Zeitpunkt hätte Abarca bereits wieder im Gefängnis sein müssen. In dem Café, das Niculai mit einer Freundin betrieb, kam sie nie an. Ihr Freund meldete sie im Laufe des Tages als vermisst.
Nach Hinweisen aus der Bevölkerung am Sonntagabend konnte die Polizei den Flüchtigen am Montagmorgen gegen 7.30 Uhr bei Can Frontera, in der Nähe der Kläranlage von Selva, fassen. Die Beamten hatten aufgrund der Täterbeschreibung des nur 1,50 Meter großen Mannes keine Zweifel daran, dass es sich um den Gesuchten handelte.