Die Gefahr eines Fluglotsen-Streiks in Spanien ist definitiv gebannt. Nach dreitägigen Gesprächen kam es am Freitag (13.8.) zu einer dauerhaften Einigung mit der staatlichen Flughafenbetreiber-Gesellschaft Aena. Zuvor hatte die Fluglotsengewerkschaft den für Mitte August angekündigten Arbeitskampf ausgesetzt.
Demnach beträgt das Jahresgehalt eines Fluglotsen bis 2013 künftig im Schnitt 200.000 Euro. Nach vier Tagen Schichtdienst haben die Aena-Angestellten in Zukunft Anspruch auf zwei freie Tage in Folge. Überstunden sind weiterhin möglich, allerdings ausschließlich auf freiwilliger Basis. Pro Jahr sollten in Zukunft nicht mehr als 80 Überstunden gemacht werden. Zudem wird die von Aena geplante theoretische Einsatzbereitschaft an 365 Tagen im Jahr nicht eingeführt. Weiterhin wird die Jahresarbeitsleistung je nach Funktion des Fluglotsen und Einsatzgebiet schrittweise von 1.670 auf bis zu 1.200 Stunden gesenkt.
Die Gewerkschaft der Lotsen hatten gegen eine neue Regelung der Überstunden und der Ruhezeiten protestiert, die deutliche Gehaltseinbußen bedeutet hätte. Die spanische Regierung verwies darauf, dass die Lotsen in Spanien besser bezahlt seien als in anderen EU-Ländern. Die Fluglotsen hatten in den vergangenen Monaten wiederholt auf eine Art Bummelstreik gesetzt. Besonders am Flughafen von Barcelona hatten sich auffallend viele Lotsen krankgemeldet.
Fluggesellschaften und die Tourismusbranche hatten der geplanten Arbeitsniederlegung mit großer Sorge entgegengesehen und massiven wirtschaftlichen Schaden wegen ausbleibender Urlauber befürchtet.