Nach dem Attentat in einem spanischen Polizei-Lager in Afghanistan, bei dem am Dienstag (25.8.) drei Menschen erschossen wurden, brechen rund 50 Soldaten des spanischen Militärs auf den Balearen zum Einsatz in das Land auf. Bei der Mission im Westen von Afghanistan sollen Soldaten des Landes weiter ausgebildet werden, um in Zukunft die Sicherheit gewährleisten zu können. Die offizielle Verabschiedung war für Donnerstag (26.8.) in der Kaserne Jaime II. in Palma geplant. Die balearischen Soldaten sollen im September aufbrechen, genauer Zeitpunkt und Zielort werden aus Sicherheitsgründen nicht bekannt gegeben.
Bei dem Tod dreier Menschen in dem Polizei-Lager hat es sich nach Einschätzung des spanischen Innenministers Alfredo Pérez Rubalcaba eindeutig um ein Attentat gehandelt. "Der Attentäter hatte den Angriff geplant. Er wusste, was er tat." Afghanische Berichte, wonach der Mann Kontakte zu den radikal-islamischen Taliban gehabt haben soll, konnte der Minister nicht bestätigen. Der Überfall ereignete sich in Kala-i-Nau im Nordwesten Afghanistans während einer Unterrichtsstunde, die spanische Polizisten ihren afghanischen Kollegen gaben.
Der Attentäter, ein afghanischer Fahrer der spanischen Beamten, zog im Klassenraum plötzlich ein Kalaschnikow-Gewehr und eröffnete das Feuer. Im Kugelhagel starben zwei spanische Beamte der Guardia Civil und ein aus dem Iran stammender Übersetzer. Vor dem Lager versammelten sich nach dem Anschlag hunderte empörte Afghanen. Einige aus der Menge versuchten, das Lager zu stürmen, wurden aber nach Angaben von Rubalcaba von den afghanischen Sicherheitskräften zurückgeschlagen. Die von der NATO geführten ISAF-Militärs bestätigten den Zwischenfall, wiesen aber darauf hin, dass die Hintergründe der Schießerei noch unklar seien.